Vierzig Jahre aus dem Leben eines Toten. Band 2 by Johann Konrad Friederich

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By Jennifer Weber Posted on Nov 15, 2025
In Category - Memoir
Friederich, Johann Konrad, 1789-1858 Friederich, Johann Konrad, 1789-1858
German
Overview: A profound work of German Romantic autobiography and philosophical reflection, this second volume chronicles the author's internal exile and inte...
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Hazardspiele und Liebhabertheater. -- Die hübsche Apothekersfrau. -- Das Aqua Tofana. Den Tag nach unserer Ankunft suchte ich Vetter Moritz auf, der mehrere Briefe von meinen Eltern und Verwandten an mich hatte, die schon längere Zeit angekommen waren, welche er mir aber nicht hatte nachschicken können, da man nie genau wußte, in welcher Gegend Kalabriens wir uns befanden. In einem derselben schrieb mir mein Vater aus Frankfurt: >Mit unserer republikanischen und freireichsstädtischen Herrlichkeit hat es ein trauriges Ende genommen, Napoleon hat ein Großherzogtum Frankfurt geschaffen, von dem unsere Stadt die Hauptstadt ward, und Karl von Dalberg ist unter der Benennung: Fürst Primas, unser Großherzog. Das Schlimmste bei der Sache ist, daß alle bedeutenden Ämter und Stellen jetzt von Ausländern besetzt werden und man die Frankfurter, namentlich auch die Senatoren, ihre Familien und Verwandten, fast unberücksichtigt hintenansetzt und so weiter.< Was mein guter Vater als das Schlimmste bezeichnete, war eigentlich das Beste an der Sache und gereichte Frankfurt zum Vorteil; denn bisher hatte man, wie später wieder, alle Stellen durchaus nur nach Gunst und Protektion an Söhne und Verwandte der einflußreichsten Familien vergeben, ohne nur im geringsten darnach zu fragen, ob das Subjekt einige Fähigkeiten zur Verrichtung der ihm obliegenden Funktionen besitze; so konnte zum Beispiel ein Talent, ein Genie wie Klinger, nicht eine Torschreiberstelle erhalten, sondern wurde schnöde an allen Senatorstüren mit Impertinenzen und Grobheiten abgewiesen. Er hatte freilich nicht einmal die Protektion einer Senators- oder Bürgermeisters-Köchin oder Base (oft die beste). Daß er den wohlfürsichtigen, hochgelehrten und so weiter Herren in seinem Faust und später als kaiserlich russischer Generalleutnant ein wenig arg mitgespielt, kann ihm niemand verargen. Die Wohlregierenden und Konsorten wurden da oft nach mehrstündigem Antichambrieren abgewiesen und wieder beschieden und mußten vor dem in der demütigsten Stellung supplizieren, den sie unter ihrer Würde gefunden hatten, nur anzuhören! -- Hier herrschte von jeher und herrscht noch die vortreffliche Ämterverteilung, die Schiller so meisterhaft in seinem Fiesko schildert, wo Wölfe die Justiz, Füchse die Finanzen, Esel die Polizeigerichte und so weiter verwalten, in Summa, wo die wichtigsten Ämter durch Dummköpfe, Ignoranten oder Schurken bekleidet werden, wenn diese nur Ratsverwandte sind. Außer den Briefen empfing ich auch etwas Geld von meinen guten Eltern, das mir jetzt sehr zu statten kam, denn ich war so wie meine Kameraden fast ganz abgerissen aus Kalabrien zurückgekommen, und das Gouvernement schuldete uns obendrein schon vier Monate Gage. Indessen hatte ich in den nächsten vierundzwanzig Stunden alles überstandene Ungemach und Elend rein vergessen; in den ersten Tagen konnte von Diensttun noch keine Sprache sein, das Bataillon wurde durch dreihundert vom Depot angekommene Rekruten verstärkt, die nun einexerziert werden mußten. Die noch immer in Giesù nuovo wohnenden Damen besuchte ich in den ersten Tagen nach meiner Zurückkunft. Die liebenswürdige Madame Gasqui klagte über Langeweile und Migräne, ich tröstete sie, ihr versprechend, beides zu vertreiben; aber auch mich befiel kurz darauf eine Unpäßlichkeit, so daß ich mehrere Tage das Bett hüten mußte, die Krankheit löste sich endlich in eine Terzana (dreitägiges Fieber) auf, das ich sehr lange und immer wiederkehrend behielt, was mich aber, außer den wenigen Stunden, die der Anfall dauerte, von nichts abhielt; dies waren die Folgen des allerdings sehr anstrengenden Feldzugs in Kalabrien. Nach vielen vergeblichen Versuchen, mich von dem Fieber zu befreien, und nachdem ich sowohl die mir vom Regimentsarzt, als die von dem berühmten Arzt meines Vetters Moritz verschriebenen Droguen vergeblich verschluckt hatte, gab mir endlich der Kommandant der Fortezza del Carmine ein Mittel an, durch welches ich wenigstens nach jedem Anfall auf vier bis sechs Wochen von dieser Plage befreit wurde. Ich mußte nämlich gleich nachdem der Paroxismus vorüber war, eine...

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Overview: A profound work of German Romantic autobiography and philosophical reflection, this second volume chronicles the author's internal exile and intellectual awakening following the politically repressive Carlsbad Decrees of 1819.

Plot: The narrative continues Friederich's metaphorical "life of a dead man," detailing his withdrawal from public life into a world of scholarship and introspection. We follow his travels, correspondences, and deep engagement with the era's theological and philosophical debates, all while navigating the quiet despair of a stifled generation.

Analysis: It is a classic not for dramatic events, but for its exquisite psychological depth and its encapsulation of the *Weltschmerz* (world-weariness) of the post-Napoleonic intelligentsia. Friederich’s prose transforms personal disillusionment into a timeless meditation on freedom, faith, and the resilience of the human spirit in the face of political oblivion, securing its place as a key document of the Vormärz period.



⚖️ Copyright Free

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Jennifer Smith
1 year ago

Just what I was looking for.

Lisa Torres
1 year ago

As someone who reads a lot, the arguments are well-supported by credible references. Thanks for sharing this review.

Margaret Taylor
1 year ago

Amazing book.

Carol Rodriguez
7 months ago

Without a doubt, it provides a comprehensive overview perfect for everyone. One of the best books I've read this year.

Sarah Scott
11 months ago

Fast paced, good book.

4.5
4.5 out of 5 (11 User reviews )

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