Eine Gemsjagd in Tyrol by Friedrich Gerstäcker

(4 User reviews)   3670
By Jennifer Weber Posted on Nov 15, 2025
In Category - Memoir
Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872 Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872
German
Overview: A classic piece of 19th-century German travel and adventure literature, this work immerses readers in the rugged, perilous world of Alpine huntin...
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scheint, strecken die alten lieben Berge die Arme aus, uns zu begrüßen. Und enger, tiefer wird das Thal mit jeder Meile, grüner der Fluß an dem wir aufwärts ziehen, reiner der Himmel, schmaler der Weg, dem der leichte Wagen folgt. Schon nickt die Krummholzkiefer, der _Laatschenbusch_ wie sie der Tyroler nennt, uns von den nächsten Hängen ein freundliches Willkommen zu, und läutende, trefflich genährte Heerden -- die Lieblingsthiere mit riesigen Glocken um den Hals -- Schafheerden der Bergamasker Race mit herunter hängenden Ohren, und Hirten, schwer mit allerlei Alpengeräth bepackt, begegnen uns in der Straße. Es ist Oktober, und Hirten und Heerden weichen dem nächst zu erwartenden Schneefall aus. Der hat auch die höchsten Kuppen des Gebirges schon dann und wann einmal auf ein paar Tage mit seinen weißen Mänteln überworfen -- nur als ob er sehen wollte, ob ihnen die alten Kleider vom vorigen Jahr noch passen -- und sie sitzen wie angegossen. [Illustration] Es ist Herbst, und die Hirten »drin im Gebirg« haben selbst die letzten »Unterleger« verlassen, ihre Thalwohnungen aufzusuchen und ihre Heerden vor Lawinensturz und Wintersturm in Sicherheit zu bringen. In den Bergen wird's jetzt leer, da Vieh und Heerden sie geräumt, und wunderhübsch schildert Tschudi das in seiner Alpenwelt: »Weißt Du doch selber, Alpenwanderer,« sagt er, »was für ein schwermüthig drückender Ton im Herbst über diesen Felsen liegt, wenn Menschen und Heerden, Pferde und Hund, und Feuer, Brod und Salz sich in's Thal zurückgezogen. Wenn Du an der verlassenen und verrammelten Hütte vorüber steigst, und Alles immer einsamer und einsamer wird, wie wenn der alte Geist des Gebirges den majestätischen Mantel seines furchtbaren Ernstes über sein ganzes Revier hinschlüge. Kein befreundeter Athemzug weht Dich meilenweit an, kein heimischer Ton -- nur das Krächzen des hungrigen Raubvogels, das Pfeifen des schnell verschwindenden Murmelthiers mischt sich in das Dröhnen der Gletscher und das monotone Rauschen des kalten Eiswassers. Die kahlgeweideten Gründe, in denen die kleinen Gruppen der giftigen Kräuter mit frischen Graskränzen welche das Vieh nicht berührte, sich auszeichnen, haben die letzten anmuthigen Tinten des Idylls verloren. Der schwarze Salamander und die träge Alpenkröte nehmen wieder Besitz von den verschlammenden Tränkbetten der Rinder, und die verspäteten Bergfalter schweben mit halb zerrissenen und abgebleichten Flügeln durch das Revier, aus dem die beweglichen Unken in trostlosen Chören die sommerlichen Jodelgesänge der Hirten wie spottend zu wiederholen scheinen.« Nicht wahr wie schade, daß der _Jäger_ gerade in diese Berge einzieht, wenn sie der Hirt mit seinen idyllischen Heerden verläßt, und der Jäger bedauert das gewiß. -- »Gott sei Dank daß das langweilige Vieh mit seinem Gebimmel endlich abzieht« murmelt er vergnügt vor sich hin, »jetzt bekommen die Berge doch endlich einmal Ruh, und man braucht nicht zu fürchten auf jedem Pirschpfad und Joch, statt einem Rudel Gemsen eine Heerde Schafe anzutreffen.« Die _Poesie_ der Berge verträgt sich recht gut mit der Jagd, und der ächte Jäger weiß sie gewiß zu würdigen, denn sein ganzes Leben und Treiben ist poetisch; aber -- sie darf ihm nur nicht in's Gehege kommen, sonst sind sie eben die längste Zeit Freunde gewesen. Wo sie die Ausübung seiner Jagdlust stört, hat sie für ihn aufgehört Poesie zu sein, und -- wenn er sie nicht zum Teufel wünscht, geschieht dies nur in einzelnen Fällen aus ganz besonderer Rücksicht. Aber der Wagen rollt indessen lustig den wenn auch schmalen, doch glatten Weg entlang, der sich allmählig, dem Lauf der Isar folgend aufwärts zieht. Die Krummholzkiefer kommt schon bis an den Weg herab, und läuft hinüber, bis zu dem Stein besäeten Ufer des crystallhellen Bergstroms, in dessen blitzender Fluth hie und da eine muntere Forelle, leicht und rasch...

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Overview: A classic piece of 19th-century German travel and adventure literature, this work immerses readers in the rugged, perilous world of Alpine hunting, framed as both a physical pursuit and a cultural encounter.

Plot: The narrative follows an expedition into the Tyrolean mountains, detailing the meticulous preparations, the challenging ascent, and the tense, patient hunt for the elusive chamois. It is less a simple hunting tale and more a vivid journey through a landscape and a way of life now largely vanished.

Analysis: Gerstäcker’s work endures as a classic for its authentic, unromanticized portrayal of a specific time and place. His prose, grounded in personal experience, serves as invaluable ethnography, capturing the dialects, customs, and harsh realities of Alpine communities. The book transcends its genre by exploring the complex relationship between man and nature—respect, necessity, and conquest—making it a foundational and compelling read for understanding European wilderness narratives.



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Betty Johnson
5 months ago

To be perfectly clear, the depth of research presented here is truly commendable. I will read more from this author.

Linda Thompson
1 year ago

Perfect.

Amanda Lee
6 months ago

I was skeptical at first, but the flow of the text seems very fluid. One of the best books I've read this year.

Joseph Rodriguez
1 year ago

Loved it.

5
5 out of 5 (4 User reviews )

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