Hüben und Drüben; Zweiter Band (2/3) by Friedrich Gerstäcker

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By Jennifer Weber Posted on Nov 15, 2025
In Category - Memoir
Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872 Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872
German
Overview: A foundational work of German-American travel literature and cultural observation, this second volume chronicles Gerstäcker's immersive mid-19th ...
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unverändert; fremdsprachliche Zitate wurden nicht korrigiert. Umlaute in Großbuchstaben (Ä, Ö, Ü) werden in ihrer Umschreibung dargestellt (Ae, Oe, Ue). Besondere Schriftschnitte wurden in der vorliegenden Fassung mit den folgenden Sonderzeichen gekennzeichnet: gesperrt: _Unterstriche_ Antiqua: ~Tilden~ #################################################################### Hüben und Drüben. Neue gesammelte Erzählungen von Friedrich Gerstäcker. Zweiter Band. [Illustration] Leipzig, Arnoldische Buchhandlung. 1868. Leipzig, Druck von Giesecke & Devrient. Inhaltsverzeichniß. Seite 1. Der verheirathete Doktor 1 2. Ruine Wildenfels 70 3. Herr Müller 220 4. Ein freundlicher Empfang 311 Der verheirathete Doktor. Erstes Kapitel. Zum Lindenbaum. Schon im Jahre 39 war Pittsburg, im Staat Pennsylvanien, eine größere Stadt, die sich besonders durch ihre Fabriken, Eisenwerke, wie überhaupt eine außerordentliche Gewerbsthätigkeit auszeichnete, und in der That seitdem so an Einwohnerzahl und Reichthum gewonnen hat, daß sie jetzt zu den Hauptplätzen der Union gerechnet werden darf. Von allem Anfang an hatten sich eine Menge Deutsche dorthin gezogen, wie denn ja auch ganz Pennsylvanien vorzugsweise von unseren Landsleuten bevölkert ist. Haben sie sich doch sogar in ihrem Uebergang zur englischen Redeweise eine ganz eigene und merkwürdige Sprache gebildet: das sogenannte Pennsylvanisch-Deutsch, das sie freilich nur unter einander reden können, denn Amerikanern, wie der englischen Sprache nicht mächtigen Deutschen bleibt sie gleich unverständlich. Ursprünglich ließ sich auch in diesem Staat eine große Zahl jener armen Teufel nieder, die im Befreiungskrieg der Union von deutschen Fürsten an die Engländer verkauft wurden, aber in der Mehrzahl viel zu klug waren, irgend welchen Heldenmuth gegen das für seine Unabhängkeit kämpfende Volk zu entwickeln. Sie desertirten oder ließen sich gefangen nehmen, wonach sie dann mit Vergnügen das Versprechen abgaben: in diesem Kriege nicht mehr gegen die Amerikaner zu dienen, und bald im Walde drin ihre kleine, freundliche Heimath gründeten. Abkömmlinge von ihnen findet man noch überall, besonders in Pennsylvanien, und sie sind sogar stolz darauf zu erzählen, daß ihre Vorväter zu den Freiheitskämpfern übergingen. So leicht nun auch die Deutschen in den vereinigten Staaten die englische Sprache erlernen und mit den Amerikanern selber auf freundschaftlichem Fuße leben, so finden sie es doch -- mit wenigen Ausnahmen -- stets gemüthlicher, für ihre Geselligkeit die eigene Landsmannschaft aufzusuchen, und besonders ihre Abende unter Deutschen zuzubringen. Das amerikanische und deutsche Leben läßt sich in der That nicht gut vereinigen, denn Beider Neigungen liegen zu weit aus einander, und schon die entsprechenden Wirthshäuser kennzeichnen Beide auf das Entschiedenste. Der Amerikaner ist rastlos in seinen Genüssen wie in seinem Geschäft, und kennt in beiden keine Ruhe. Er arbeitet rasch, aber ebenso ißt er auch, und verschlingt Mittags die Speisen weit eher, als daß er sie ordentlich verzehrt. Eben so wenig hält er sich beim Trinken auf, und so oft er auch über Tag einen Schenkstand besuchen mag, _er setzt sich nie dazu_, läßt sich sein Glas einschenken, stürzt es hinab und geht weiter. Das verträgt der Deutsche nicht, weder daheim noch in Amerika, denn er will seinen Stuhl und seinen Tisch haben, um, _was_ er genießt, auch in aller Ruhe und Gemüthlichkeit zu verzehren, und sich dabei gehörig auszusprechen. Sehr natürlich fühlt er sich -- mit _diesen_ Neigungen -- in amerikanischen Wirthshäusern, in denen er auch meistens sein gewohntes Bier vermißt, nie recht wohl, und nur die ächt amerikanisirten Deutschen (beiläufig gesagt der widerlichste Menschenschlag von Renegaten, der sich auf der Welt nur denken läßt) affektiren die amerikanische Sitte und halten es für unter ihrer Würde, sich in ein deutsches Bierhaus zu setzen, in dem sie sich doch sonst wohl genug fühlten. In Pittsburg gab es nun schon damals verschiedene derartige deutsche Lokale; den besten Ruf hatte aber jedenfalls der „Lindenbaum“, und verdiente ihn auch, obgleich er von keinem _Wirth_, sondern nur von...

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Overview: A foundational work of German-American travel literature and cultural observation, this second volume chronicles Gerstäcker's immersive mid-19th century journey through the United States, contrasting Old World sensibilities with the raw dynamism of the New.

Plot: Eschewing a traditional narrative, the book is a series of vivid vignettes. The author travels from bustling eastern cities into the frontier, documenting encounters with settlers, indigenous communities, and fellow immigrants. His journey becomes a lens on societal formation, economic hustle, and the profound challenges of wilderness life.

Analysis: Its status as a classic stems from its unique dual perspective. Gerstäcker is neither a detached tourist nor a propagandist, but a keen participant-observer. His prose captures the sublime promise and grinding hardship of America with unflinching honesty, offering Europeans an authoritative, ground-level report and providing a priceless ethnographic snapshot of a nation in furious construction. It remains an indispensable primary source for understanding the transatlantic imagination of the era.



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Patricia Johnson
2 months ago

I started reading out of curiosity and the clarity of the writing makes this accessible. A valuable addition to my collection.

5
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