Le jugement dernier des rois by Sylvain Maréchal

(6 User reviews)   4796
By Jennifer Weber Posted on Dec 26, 2025
In Category - Memoir
Maréchal, Sylvain, 1750-1803 Maréchal, Sylvain, 1750-1803
French
Overview: A radical utopian satire and philosophical drama, this 1793 work envisions a revolutionary tribunal where monarchs face divine justice for their ...
Share

Read "Le jugement dernier des rois by Sylvain Maréchal" Online

This book is available in the public domain. Start reading the digital edition below.

START READING FULL BOOK
Instant Access    Mobile Friendly

Book Preview

A short preview of the book’s content is shown below to give you an idea of its style and themes.

als Gabriele Beaufort, hatte sich sein lüsterner Blick ersehen. Neben der Gebieterin, den breitfaltigen Pfauenwedel in der Hand, mit dem sie dem schönen Mädchen nicht allein Kühlung zufächelte, sondern auch die umherschwärmenden Insekten verscheuchte, lehnte auf weichem Sitz ein fast ebenso liebliches, wenn auch von dem ersten gar sehr verschiedenes Kind. Es war eine Indianerin, die dunkle Bronzefarbe der Haut, das lebhaft funkelnde Auge, die schneeweißen Zähne und das ganze Wesen, die ganze Haltung des Mädchens kündete die Tochter der Wälder, nur das rabenschwarze, sonst lange und _straffe_ Haar schien sich, leicht gekräuselt, jener bläulichen Färbung nähern zu wollen, die den schönen Quadroonenmädchen, den Mischlingen der Weißen und Mulatten, einen so eigenthümlichen Reiz verleiht. Ihre schlanke Gestalt war in ein weites, luftiges Gewand, nach Art ihres Stammes angefertigt, gekleidet, ein buntgestickter Perlengürtel hielt es über der Hüfte zusammen und bildete mit zwei gleichen Korallenschnuren, eine um den sammetweichen Nacken, die andere um die Schläfe geschlungen, den einzigen Schmuck des holden Mädchens. Nur die aus zartgegerbten Fellen bereiteten Moccasins, in denen die kleinen zierlichen Füße staken, trugen noch die Zeichen der kunstfertigen Hand Nedaunis-Ais' (die kleine Tochter) oder Saisens, wie sie der Kürze wegen von Gabrielen genannt ward. So wunderlieblich und reizend aber auch das Bild der beiden, von einer Blumenwelt umgebenen Jungfrauen war, so trübe, wehmüthige Gefühle schienen Saisens Busen zu heben und einmal -- ach, sie wandte das Köpfchen ab, daß es die Gebieterin nicht bemerken sollte -- streifte sie sogar mit dem zarten Finger einen perlenden Tropfen von den langen, seidenen Wimpern und ein leiser, leiser Seufzer entrang sich der Brust des armen Kindes. Was war es aber, das ihr hier, von Pracht und Ueberfluß umgeben, das Herz beengte? Dachte sie an das Schicksal ihres Stammes? ihres ganzen Volkes, das, von dem Grund und Boden vertrieben der einst sein Eigenthum, durch den Stahl und das Feuerwasser der Weißen fast vernichtet, jetzt im weiten Westen, fern von den Gräbern der Lieben weilen mußte, während eine seiner Töchter dem Abkömmling jener stolzen, trotzigen Race diente, wo sie selbst doch eigentlich die Herrin dieses Landes nach Geburt und Recht war? Ach, sie hätte Ursache gehabt, darüber zu trauern, und die zwei holden Wesen lieferten ein treues, aber darum nur ein so wehmüthigeres Bild der beiden Nationen, der Sieger und Besiegten. Doch es war nicht das, auch nicht das Gefühl der Dienstbarkeit, denn Gabrielen behandelte sie nicht wie eine Dienerin, sondern wie eine Freundin, nein es war wohl die Trennung von den theuern Aeltern, denen sie durch teuflische List geraubt worden. Der Gedanke an die daheim um sie Trauernden füllte auf's Neue ihre Wimpern und diesmal tropfte die Thräne voll und schwer in ihren Schoos hernieder. Gabriele bemerkte es. »Saise, meine herzliebe Saise, was fehlt Dir? Warum bist Du immer so traurig und willst mich nicht zur Mitwisserin Deines Kummers machen?« frug theilnehmend die junge Creolin; »bin ich nicht Deine Freundin, und habe ich nicht auch Dir alle meine kleinen Sorgen und Pläne entdeckt und um Deinen Rath und Deine Hülfe gebeten?« Saise drückte der Herrin Hand und schaute ihr wenige Secunden lang wehmüthig lächelnd in die klaren treuherzigen Augen, dann aber fiel ihr Blick auf das kleine, die Hängematte wiegende Negermädchen und Gabriele, den Wink verstehend, sagte: »Geh hinunter, Piccaninny[2], und zähle die Küchelchen, die im Hof herumlaufen; komm aber nicht wieder, bis Du mir genau sagen kannst, wie viel es sind«. [2]: Piccaninny, ein afrikanischer Ausdruck und gewöhnlich für alles das gebraucht, was klein und niedlich ist. Das kleine runde Dingelchen zog den breiten Mund zu einem freundlichen Grinsen auseinander und sprang schnell durch den schmalen Eingang die Treppe hinab,...

This is a limited preview. Download the book to read the full content.

Overview: A radical utopian satire and philosophical drama, this 1793 work envisions a revolutionary tribunal where monarchs face divine justice for their earthly crimes.

Plot: In a post-revolutionary world, the deposed kings of Europe are marooned on a volcanic island. Stripped of power and pretense, they await a final, catastrophic judgment, their petty rivalries and inherent corruption laid bare as nature itself prepares to deliver a verdict.

Analysis: Maréchal’s play is a seminal text of revolutionary thought, transcending mere polemic to become a classic of political theatre. Its enduring power lies in its stark, allegorical force and its uncompromising interrogation of power’s divine right. Written at the height of the Terror, it captures the era’s millennial fervor and serves as a timeless, chilling exploration of justice, retribution, and the inevitable fall of tyrants.



✅ License Information

No rights are reserved for this publication. You can copy, modify, and distribute it freely.

Joseph Gonzalez
4 months ago

Without a doubt, it challenges the reader's perspective in an intellectual way. This story will stay with me.

Edward Thompson
1 year ago

Read this on my tablet, looks great.

Kenneth Wilson
7 months ago

Loved it.

Mark Hill
1 year ago

Just what I was looking for.

Kimberly Walker
1 year ago

Finally found time to read this!

4.5
4.5 out of 5 (6 User reviews )

Add a Review

Your Rating *
There are no comments for this eBook.
You must log in to post a comment.
Log in


Related eBooks