Reise eines Erdbewohners in den Mars by Carl Ignaz Geiger

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Geiger, Carl Ignaz, 1756-1791 Geiger, Carl Ignaz, 1756-1791
German
Overview: A seminal work of early German science fiction, this 1790 novel presents a utopian philosophical journey, using the Martian voyage as a vehicle f...
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moralisch, politisch, geographisch, historisch, statistisch &c. &c. gesagt worden wäre. Da nun aber die größte Schwierigkeit, die, wie man bisher glaubte, die Reise nach einem fremden Planeten unmöglich macht, darin besteht, daß wir, aus Mangel an Luft, uns nicht ausser unserer Athmosphäre empor schwingen können: so hatt' ich, mit Hülfe meiner Gelehrten, Mittel erfunden, wodurch das Schiff mit einem solchen Vorrathe von Luft versehen werden konnte, daß wir damit gar leichtlich in den oberen Regionen auszureichen im Stande waren. Wie dieß geschah -- und wie überhaupt das Schiff, das ich dazu errichten ließ, gebaut war: hievon werd' ich noch einen besonderen Abriß, samt der weitläufigen Beschreibung, veranstalten; um nicht, wie irgend ein teutscher Reisebeschreiber, durch die Beschreibung meines Fahrzeuges, beinahe den halben Raum meines Buches auszufüllen. Da ich irgendwo gelesen hatte, daß ein gar gelehrter Mann in Preussen hinten an seinen Reisewagen einen Meilenmesser hatte anbringen lassen, so ließ ich nicht minder so ein Ding an den Schwanz meines Luftschiffes befestigen: und nachdem mir ein großer Astrologe die ^Videnda^ im Monde und in der Venus in meine Schreibtafel notirt hatte, so trat ich mit meinem ältesten Sohne, einem Paare geschickter Naturkundiger -- die hier die Luftsteuermänner waren -- und einigen Ruderknechten, im Zutrauen auf Gott, mutig und getrost meine Reise an; eine Reise, die dem Publikum vielleicht unglaublich scheinen dürfte, weil sie ihm noch unbekannt seyn wird; welches aber davon kömmt: daß wir in meinem Welttheile weniger öffentliche Neuigkeitstrompeter, als in Europa, haben, und ich nicht vor der Zeit ein Geschrei davon -- wie die Europäer von ihrem Luftballen -- mit vollen Pausbacken in die Welt erheben wollte. Wir waren, nach unserm Meilenmesser, etwa eine teutsche Meile weit über die Oberfläche der Erde empor gekommen, als unsere Steuermänner, von unserem Luftvorrathe Gebrauch zu machen, für nöthig fanden: welches sie auch mit so viel Vorsicht und Geschicklichkeit thaten, daß wir die Verschiedenheit der Sphäre, worin wir schwebten, kaum empfanden, und daß unser Schiff mit einer bewundernswürdigen Schnelligkeit stäts weiter und weiter sich himmelan hob. Zum Unglücke zerbrach durch das Versehen eines unserer Ruderknechte der Meilenmesser; und ich kann daher die geometrische Länge des Raumes, den wir durchschifften, unmöglich bestimmen. Nur so viel weis ich noch, daß unsern Steuermännern bereits wegen des Luftvorraths bange zu werden anfing: als wir bemerkten, daß sich uns ein neuer Luftkreis öfnete, der den Vorrath der Unsrigen unnöthig machte. Bald darauf schrien unsere Leute: Land! Land! und wir wurden mit Erstaunen eine Art von Terrain, wie dieses auf unserm Planeten gewahr, das sich immer weiter und weiter ausdehnte, und uns endlich rings umgab. Mit einem Worte: wir befanden uns -- im Mars! Wir sahen itzt Wälder und Flüsse und Berge und Städte. Aber die letzteren waren sehr verschieden von den Unsrigen. Die Häuser waren nicht von Stein, sondern von einer weit leichteren, aber eben so festen Masse erbaut, die der dasige Boden, wie der Unsrige die Steine, hervorbringt. Was uns dabei von ferne am meisten frappirte, war, daß wir verschiedene Häuser sich von der Stelle bewegen, und ziemlich geschwinde fortwandeln sahen. Es hat damit folgende Beschaffenheit: Die Häuser sind klein, niedrig, selten höher als ein Stockwerk, länger als breit, und alle auf einer Art von Walzen so künstlich gebaut, daß man sie besonders auf einem Boden, wie dieser, der gar nicht steinigt und sehr flach ist -- leichtlich von einem Orte zum andern bewegen kann. Daher dann die Vornehmern öfters in ihren Häusern nicht allein spatzieren fahren, sondern auch wohl gar kleine Reisen machen, wozu man dort eine Art von Thieren gebraucht, die unsern Kamelen viel gleichen, ausgenommen, daß sie nicht den hohen Rücken derselben haben. Diesen...

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Overview: A seminal work of early German science fiction, this 1790 novel presents a utopian philosophical journey, using the Martian voyage as a vehicle for Enlightenment-era social critique.

Plot: The narrative follows an unnamed Earthling who, through an unspecified scientific method, voyages to Mars. There, he encounters the sophisticated "Marsians," whose rational society stands in stark contrast to the follies and injustices the traveler observes back on his home planet.

Analysis: Geiger’s novel is a classic not for its scientific rigor, but for its ambitious intellectual architecture. It predates Wells and Verne, positioning itself as a crucial proto-SF text where the alien world functions primarily as a mirror. Its enduring significance lies in its synthesis of travelogue satire with nascent cosmological speculation, offering a poignant critique of contemporary European politics, religion, and social norms through the lens of a perfected, extraterrestrial civilization.



⚖️ Copyright Status

This is a copyright-free edition. It is available for public use and education.

Noah Hernandez
9 months ago

Without a doubt, the content flows smoothly from one chapter to the next. Absolutely essential reading.

Mark Gonzalez
1 year ago

Beautifully written.

Daniel Hernandez
1 year ago

After hearing about this author multiple times, the author's voice is distinct and makes complex topics easy to digest. I couldn't put it down.

Robert Jones
2 months ago

Fast paced, good book.

5
5 out of 5 (4 User reviews )

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