Ist es der Schüler, so wird ihn die leichteste Arbeit verdrießen. 9. Selbst der niedrigste Knecht kann durch Gunst der Fortuna es werden. Es besitzen jedoch, können Monarchen allein. 10. Zwei Löcher hab’ ich, Zwei Finger brauch’ ich, So mach’ ich Langes und Breites klein Und trenne, was nicht beisammen soll sein. 11. Bei Vater, Mutter, Großpapa Bin ich zu allen Zeiten; Doch Onkel, Tante, Stiefmama, Die kann ich gar nicht leiden; – Ein jedes Rätsel fang ich an, Und jeden guten Rat; Ja leider bin ich stets beim Wort Und niemals bei der Tat. 12. Vier Spieler spielen die ganze Nacht; Sie haben mit Eifer ihr Spiel gemacht, Und keiner verlor und jeder gewann, Wer waren die Spieler? o, sage es an! 13. Ich sage dir nicht, was ich dir sage, Sondern was ich dir sage, sage ich dir, damit du Mir sagst, was ich dir nicht sage. 14. Die Sätze, welche ledern sind, Es kennt sie sicher jedes Kind. 15. Eins, sind wir zwei; doch wenn wir uns zusammenfügen, Entzwei’n wir alles, was wir kriegen. 16. Obschon mich alle strahlend kennen, So bin ich doch ein Diener nur; Ich lasse mich verschieden nennen, So wie ich steh’ auf Himmelsflur; Ob ich voran der Herrin gehe, Ob ihr ich oft im Rücken stehe. 17. Bald bin ich groß, bald bin ich klein; – Du findest mich in jedem Hain; Im Tal und Wasser bin ich auch, Sogar in jedem Qualm und Rauch; Im Schlaf komm ich dir zu Gesicht.... Weißt du des Rätsels Lösung nicht? 18. Ich war vor kurzem nicht vorhanden, Und jetzt, du weißt nicht, wie’s geschah, Bin ganz im Dunkel ich entstanden Und bin als schönes Kunstwerk da. Der Künstler mußte mich behandeln, Der Sonne Licht in Schwarz verwandeln, Und glänzend Silber mußte schwinden, Damit dich kannst getroffen finden. 19. Wer es macht, der sagt es nicht; Wer es nimmt, der kennt es nicht; Wer es kennt, der nimmt es nicht. 20. So fang den widrigen Gesellen, bevor er mehr dich plagt; Ich kann nicht, denn er tat gar schnell, was uns sein Name sagt. 21. Wenn du ihn hast erhalten, So bleib ihm treu und hold. Des ew’gen Bundes Zeichen Ist er und glänzt im Gold. Doch wenn ein einzig Zeichen Du aus ihm läßt ganz fort; Daß Weh dein Herz betroffen, Verkündet dann das Wort. 22. Der Blinde sah den Hasen laufen, Der Lahme sprang ihm hurtig nach, Der Nackte steckt ihn in die Tasche: Was ist das für ein Ungemach? 23. Es wird zur schweren Last Und hat doch kein Gewicht. Es ruht auf mancher Flur; Und dennoch sieht man’s nicht; Nicht selten wird’s gelöscht Und brennt zuvor doch nicht! 24. Zu manchem bist du wohl getreten Und hast in Höflichkeit gebeten, Daß er es möchte doch dir geben. Trotzdem wird es dich nicht beglücken, Gibt jemand es aus freien Stücken. 25. In jedem Herzen, das da schlägt, In jeder Brust, die sich bewegt, In jedem Schmerz, der dich bedrückt, In jeder Freud, die dich entzückt, Doch nie in Leid und Seelenpein, Wirst du mir schon begegnet sein. 26. Nennst du mich »der«, bring ich Triumph Und schlag des Gegners Waffe stumpf. Nennst du mich »die«, führ’ ich mich ein Als die Vasallin unseres Rhein. 27. Unter allen Schlangen ist _eine_ Auf Erden nicht gezeugt, Mit der an Schnelle keine, An Wut sich keine vergleicht. Sie stürzt mit furchtbarer Stimme Auf ihren Raub sich los, Vertilgt in _einem_ Grimme Den Reiter und sein Roß. Sie liebt die höchsten Spitzen; Nicht Schloß, nicht Riegel kann Vor ihrem Anfall schützen; Der Harnisch – lockt sie...
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Emily Johnson
11 months agoTo be perfectly clear, the clarity of the writing makes this accessible. This story will stay with me.