Amerikanische Wald- und Strombilder. Zweiter Band. by Friedrich Gerstäcker

(4 User reviews)   5009
Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872 Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872
German
Overview: A seminal work of 19th-century travel literature, this volume immerses readers in the raw, untamed landscapes of North America, blending keen eth...
Share

Read "Amerikanische Wald- und Strombilder. Zweiter Band. by Friedrich Gerstäcker" Online

This book is available in the public domain. Start reading the digital edition below.

START READING FULL BOOK
Instant Access    Mobile Friendly

Book Preview

A short preview of the book’s content is shown below to give you an idea of its style and themes.

erreichte neun Tage später Little Rock, die Hauptstadt des Staates. Hier nun strömten, wie das stets bei ankommenden Booten der Fall ist, eine Masse von Menschen an Bord, um vielleicht hie und da einen Bekannten zu treffen oder Zeitungen und Briefe in Empfang zu nehmen, und _von Sechingen_, dem das Treiben noch ganz neu und ungewohnt war, konnte nicht umhin, einen kleinen freundlichen Mann zu bemerken, der, etwa ein Achtunddreißiger, einen grauen, verschossenen Überrock mit Messingknöpfen, ein paar dunkelfarbige Sommerbeinkleider, grobe Schuh, ein hellblaues Halstuch und einen ziemlich mitgenommenen schwarzen Seidenhut trug. Der kleine Mann trat nämlich mit einer unbeschreiblichen, wohlbehaglichen Sicherheit auf, schien dabei Jeden auf dem Boot zu kennen, und war auch wirklich von Allen gekannt, denn des Zunickens und Handdrückens wurde gar kein Ende und »wie gehts Charley -- noch immer munter, Charley? -- =bless me= Charley, wie dick Ihr geworden seid!« tönte fast von jeder Lippe. -- Es war Charles Fischer, dessen Name bei allen dort gewesenen oder reisenden Deutschen fast unzertrennlich von dem Namen der Stadt selbst geworden, denn schon seit langen Jahren wohnhaft in der Stadt, die er, wie er gern erzählte, »noch als ein Dorf gekannt,« hatte er durch Fleiß und Sparsamkeit (er war ein Tischler) und besonders durch Glück, bei allen seinen Unternehmungen eine hübsche Summe gespart, später ein paar kleine Häuser gebaut, dann eine Art Wirthshaus und Schenkstand angelegt und jetzt steigerte sich mehr und mehr sein Verdienst, da er Alles, was er brauchte, von New-Orleans oder Cincinnati -- wo Provisionen wie Getränke sehr billig sind -- bezog, und dieses dann in Little Rock zu einem enormen Preis wieder verkaufte. Dazu als eine gute, harmlose Seele beliebt, und schon so lange an jenem Ort wohnend, daß ihn Hin- und Herreisende immer wieder auf derselben Stelle, der Erste an Bord jedes anlangenden Bootes, und eine halbe Stunde später hinter seinem Schenktisch fanden, wurde Charles Fischer gewissermaßen die Hausnummer, die man auf alle nach Little Rock oder auch ganz Arkansas addressirten Briefe setzte, wenn man nicht den Ort, wohin Brief oder Passagier bestimmt war, ganz genau angeben konnte. Charles Fischer war also, und ist selbst jetzt noch, das Policeibüreau für sämmtliche nach Little Rock kommende Deutsche, auf dem sie sich nach jedem Interessanten erkundigen können, das aber dafür auch Alles, was den Fragenden angeht, wissen will. Selbst übrigens selten oder nie, seit er in Amerika ist, aus Little Rock herausgekommen, wechselt er auch seine Ansichten nicht besonders, und wenn Jemand von ihm wissen will, wo in Arkansas gutes Land liegt, so schickt er ihn seit funfzehn Jahren an den =Fourche la fave=; wünscht man von ihm zu erfahren, wie die »Zeiten« sind, so schimpft er und holt ein Paketchen kleiner Banknoten, die er mit einem starken Bindfaden in einem Westenknopfloch befestigt hat, aus der Tasche und sagt »man müsse in Little Rock das Geld anbinden, sonst liefe es fort;« erkundigt man sich nach seiner politischen Meinung, so ist er Demokrat mit Leib und Seele -- er ließe sich, behauptet er, lieber todtschlagen, ehe er zu den Whigs überginge, läßt sich aber nie auf nähere Erörterungen ein, da ihm der Unterschied zwischen Whigs und Demokraten noch selbst in vielen Stücken sehr dunkel ist; fragt man ihn aber, was seine Frau macht, so stößt er Einem den Zeigefinger in die Rippen, blinzt das linke Auge zu, was verschmitzt aussehen soll, und lacht. Außer Little Rock existirt weiter keine Welt für ihn, er verschmäht jede Einladung, einmal auf das Land zu seinen Freunden zu kommen, und behauptet bei solchen Gelegenheiten stets, sich mit innigem Behagen die Hände reibend, »es gäbe doch nur _ein_ Little Rock,« und...

This is a limited preview. Download the book to read the full content.

Overview: A seminal work of 19th-century travel literature, this volume immerses readers in the raw, untamed landscapes of North America, blending keen ethnographic observation with vivid adventure narrative.

Plot: The book chronicles Gerstäcker's extensive journeys through American forests and along its great rivers, detailing encounters with frontiersmen, indigenous communities, and settlers. It is less a linear story than a series of immersive vignettes capturing the peril, beauty, and daily struggle of life at the continent's edge.

Analysis: Its classic status is earned through unparalleled authenticity. Gerstäcker writes not as a distant tourist but as a participant, offering a crucial, pre-industrial eyewitness account. His prose captures the sublime scale of the wilderness while providing granular, sociological detail, making it an indispensable primary source for understanding the myth and reality of the American frontier.



🟢 Public Domain Content

This masterpiece is free from copyright limitations. Share knowledge freely with the world.

Linda Ramirez
10 months ago

After hearing about this author multiple times, the clarity of the writing makes this accessible. Definitely a 5-star read.

Karen White
1 year ago

A bit long but worth it.

Anthony Gonzalez
1 year ago

Honestly, the storytelling feels authentic and emotionally grounded. Don't hesitate to start reading.

Charles Thompson
1 year ago

From the very first page, the narrative structure is incredibly compelling. I will read more from this author.

4.5
4.5 out of 5 (4 User reviews )

Add a Review

Your Rating *
There are no comments for this eBook.
You must log in to post a comment.
Log in


Related eBooks