Die Aufgeregten by Johann Wolfgang von Goethe

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Goethe, Johann Wolfgang von, 1749-1832 Goethe, Johann Wolfgang von, 1749-1832
German
Overview: A sharp, satirical comedy of manners exploring the volatile intersection of revolutionary politics and bourgeois society in late 18th-century Ger...
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may require more specialized programs to display the accents. This is the 8-bit version. Die Aufgeregten Politisches Drama in fünf Aufzügen Johann Wolfgang von Goethe Personen Die Gräfin. Friederike, ihre Tochter. Karl, ihr Söhnchen. Der Baron, ein Vetter. Der Hofrat. Breme von Bremenfeld, Chirurgus. Karoline, Bremens Tochter. Luise, Bremens Nichte. Der Magister, Hofmeister des jungen Grafen. Der Amtmann. Jakob, junger Landmann und Jäger. Martin, Albert, Peter, Landleute. Georg, Bedienter der Gräfin. Erster Aufzug Erster Auftritt (Ein gemeines Wohnzimmer, an der Wand zwei Bilder, eines bürgerlichen Mannes und seiner Frau, in der Tracht, wie sie vor fünfzig oder sechzig Jahren zu sein pflegte. Nacht.) Luise, an einem Tisch, worauf ein Licht steht, strickend. Karoline, in einem Großvatersessel gegenüber, schlafend. Luise (einen eben vollendeten gestrickten Strumpf in die Höhe haltend). Wieder ein Strumpf! Nun wollt' ich, der Onkel käme nach Hause; denn ich habe nicht Lust, einen andern anzufangen. (Sie steht auf und geht ans Fenster.) Er bleibt heut' ungewöhnlich lange weg, sonst kommt er doch gegen elf Uhr, und es ist jetzt schon Mitternacht. (Sie tritt wieder an den Tisch.) Was die französische Revolution Gutes oder Böses stiftet, kann ich nicht beurteilen; so viel weiß ich, dass sie mir diesen Winter einige Paar Strümpfe mehr einbringt. Die Stunden, die ich jetzt wachen und warten muss, bis Herr Breme nach Hause kommt, hätt' ich verschlafen, wie ich sie jetzt verstricke, und er verplaudert sie, wie er sie sonst verschlief. Karoline (im Schlaf redend). Nein, nein! Mein Vater! Luise (sich dem Sessel nähernd). Was gibt's, liebe Muhme?--Sie antwortet nicht!--Was nur dem guten Mädchen sein mag! Sie ist still und unruhig; des Nachts schläft sie nicht, und jetzt, da sie vor Müdigkeit eingeschlafen ist, spricht sie im Traum. Sollte meine Vermutung gegründet sein? Sollte der Baron in diesen wenigen Tagen einen solchen Eindruck auf die gemacht haben, so schnell und so stark? (Hervortretend.) Wunderst du dich, Luise, und hast du nicht selbst erfahren, wie die Liebe wirkt, wie schnell und wie stark! Zweiter Auftritt Die Vorigen. Georg. Georg (heftig und ängstlich). Liebes Mamsellchen, geben Sie mir geschwinde, geschwinde-- Luise. Was denn, Georg? Georg. Geben Sie mir die Flasche. Luise. Was für eine Flasche? Georg. Ihr Herr Onkel sagte, Sie sollen mir die Flasche geschwinde geben; sie steht in der Kammer, oben auf dem Brett rechter Hand. Luise. Da stehen viele Flaschen; was soll denn drinn sein? Georg. Spiritus. Luise. Es gib allerlei Spiritus; hat er sich nicht deutlicher erklärt? Wozu soll's denn? Georg. Er sagt' es wohl, ich war aber so erschrocken. Ach, der junge Herr-- Karoline (die aus dem Schlaf auffährt). Was gibt's?--Der Baron? Luise. Der junge Graf? Georg. Leider, der junge Graf! Karoline. Was ist ihm begegnet? Georg. Geben Sie mir den Spiritus. Luise. Sage nur, was dem jungen Grafen begegnet ist, so weiß ich wohl, was der Onkel für eine Flasche braucht. Georg. Ach, das gute Kind! Was wird die Frau Gräfin sagen, wenn sie morgen kommt! Wie wird sie uns ausschelten! Karoline. So red' Er doch! Georg. Er ist gefallen, mit dem Kopf vor eine Tischecke, das Gesicht ist ganz in Blut; wer weiß, ob nicht gar das Auge gelitten hat. Luise (indem sie einen Wachsstock anzündet und in die Kammer geht). Nun weiß ich, was sie brauchen. Karoline. So spät! Wie ging das zu? Georg. Liebes Mamsellchen, ich dachte lange, es würde nichts Gutes werden. Da sitzt Ihr Vater und der Hofmeister alle Abend beim alten Pfarrer und lesen die Zeitungen und Monatsschriften, und so disputieren sie und können nicht fertig werden, und das arme Kind muss dabei sitzen; da druckt sich's denn in eine Ecke, wenn's spät wird,...

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Overview: A sharp, satirical comedy of manners exploring the volatile intersection of revolutionary politics and bourgeois society in late 18th-century Germany.

Plot: The story unfolds on a rural estate where a group of affluent, intellectually fashionable guests find their retreat upended by the arrival of a radical political agitator. Tensions rise as abstract revolutionary ideals clash with personal comforts, loyalties, and romantic entanglements, revealing the profound gap between theory and practice.

Analysis: Goethe masterfully dissects the performative nature of political enthusiasm among the privileged. Its enduring classic status stems from its prescient, almost cynical, examination of "armchair revolutionaries"—individuals intoxicated by the idea of upheaval as long as it remains a thrilling abstraction. The play’s witty dialogue and keen psychological insight into hypocrisy and self-deception remain strikingly relevant, offering a timeless critique of political posturing in any era.



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Paul Miller
1 year ago

Good quality content.

Ethan White
1 month ago

Surprisingly enough, it manages to explain difficult concepts in plain English. Thanks for sharing this review.

Mason Perez
10 months ago

Helped me clear up some confusion on the topic.

Mary Martin
4 months ago

Helped me clear up some confusion on the topic.

Betty Sanchez
1 year ago

The index links actually work, which is rare!

5
5 out of 5 (8 User reviews )

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