Eine Liste der vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende des Textes. ======================================================================= Carl May's gesammelte Reiseromane. Band +II+: Durchs wilde Kurdistan. [Illustration] Freiburg i. B. Verlag von Friedrich Ernst Fehsenfeld. Durchs ~Wilde Kurdistan~ Reiseerlebnisse von ~Carl May~. [Illustration] Freiburg i. B. Verlag von Friedrich Ernst Fehsenfeld. ~Alle Rechte vorbehalten.~ Druck der Hoffmannschen Buchdruckerei in Stuttgart. Inhalt des zweiten Bandes. Seite ~Erstes Kapitel.~ Der Opfertod des Heiligen 1 ~Zweites Kapitel.~ Dojan 109 ~Drittes Kapitel.~ In der Festung 148 ~Viertes Kapitel.~ Aus der Festung 221 ~Fünftes Kapitel.~ Unter Bluträchern 373 ~Sechstes Kapitel.~ Bären- und Menschenjagd 440 ~Siebentes Kapitel.~ Der Geist der Höhle 533 Erstes Kapitel. Der Opfertod des Heiligen. Wir kehrten von dem Besuche des Häuptlings der Badinankurden zurück. Als wir auf der letzten Höhe ankamen und das Thal der Teufelsanbeter überblicken konnten, bemerkten wir ganz in der Nähe des Hauses, welches dem Bey gehörte, einen ungeheuern Haufen von Reisholz, der von einer Anzahl von Dschesidi immer noch vergrößert wurde. Pir Kamek stand dabei und warf von Zeit zu Zeit ein Stück Erdharz hinein. »Das ist sein Opferhaufen,« meinte Ali Bey. »Was wird er opfern?« »Ich weiß es nicht.« »Vielleicht ein Tier?« »Nur bei den Heiden werden Tiere verbrannt.« »Dann vielleicht Früchte?« »Die Dschesidi verbrennen weder Tiere noch Früchte. Der Pir hat mir nicht gesagt, was er verbrennen wird, aber er ist ein großer Heiliger, und was er thut, wird keine Sünde sein.« Noch immer ertönten von der gegenüberliegenden Höhe die Salven der ankommenden Pilger, und noch immer wurde denselben im Thale geantwortet; und doch bemerkte ich, als wir unten ankamen, daß dieses Thal kaum noch mehr Menschen zu fassen vermöge. Wir übergaben unsere Tiere und gingen nach dem Grabmale. An dem Wege, welcher zu demselben führte, lag ein Springbrunnen, der von Platten eingefaßt war. Auf einer derselben saß Mir Scheik Khan und sprach mit einer Anzahl von Pilgern, die in ehrerbietiger Haltung und Entfernung vor ihm standen. »Dieser Brunnen ist heilig, und nur der Mir, ich und die Priester dürfen auf diesen Steinen sitzen. Zürne also nicht, wenn du stehen mußt!« sagte Ali zu mir. »Eure Gebräuche werde ich achten.« Als wir uns nahten, gab der Khan den Umstehenden ein Zeichen, worauf sie Platz machten, so daß wir zu ihm kommen konnten. Er erhob sich, kam uns einige Schritte entgegen und reichte uns die Hände. »Willkommen bei eurer Rückkehr! Nehmt Platz zu meiner Rechten und Linken!« Er deutete dem Bey zur Linken, sodaß mir die rechte Seite übrig blieb. Ich setzte mich auf die geheiligten Steine, ohne daß ich bei einem der Anwesenden den geringsten Verdruß darüber bemerkt hätte. Wie sehr stach ein solches Verhalten gegen dasjenige ab, welches man bei den Mohammedanern zu beobachten hat! »Hast du mit dem Häuptling gesprochen?« fragte der Khan. »Ja. Es ist alles in der besten Ordnung. Hast du den Pilgern bereits eine Mitteilung gemacht?« »Nein.« »So wird es Zeit sein, daß die Leute sich versammeln. Gieb den Befehl dazu!« »Ich bin der Regent des Glaubens, und alles andere ist deine Sache. Ich werde dir den Ruhm, die Gläubigen beschützt und die Feinde besiegt zu haben, niemals verkürzen.« Auch dies war eine Bescheidenheit, welche bei den mohammedanischen Imams niemals zu finden ist. Ali Bey erhob sich und schritt von dannen. Während ich mich mit dem Khan unterhielt, bemerkte ich eine Bewegung unter den Pilgern, welche mit jeder Minute größer wurde. Die Frauen blieben an ihren Plätzen stehen, die Kinder ebenso; die Männer aber stellten sich am Bache entlang auf, und die Anführer der einzelnen Stämme, Zweige und Ortschaften bildeten einen Kreis um Ali Bey, der ihnen die Absichten des Mutessarif von Mossul bekannt machte. Dabei...
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Jennifer Scott
1 year agoI stumbled upon this title and the narrative structure is incredibly compelling. I would gladly recommend this title.