Ein Parcerie-Vertrag by Friedrich Gerstäcker

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Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872 Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872
German
Overview: A classic of 19th-century German travel and adventure fiction, *Ein Parcerie-Vertrag* (A Sharecropping Contract) explores the collision of Europe...
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mit ihren mangelhaften geographischen Kenntnissen keine Ahnung. Sie sahen dann zu spät ein daß sie betrogen waren, aber eben so wie sie sich außer dem Schutz der deutschen Regierungen befanden -- denn unser Consulats-Wesen lag entsetzlich im Argen und liegt =noch= darin, wenn nicht die Norddeutsche Bundesregierung eine gründliche Änderung desselben vornimmt -- ebenso konnte auch die brasilianische Regierung nur in solchen Fällen einschreiten, wo ihr Beweise gebracht wurden, daß die Pflanzer ihre Arbeiter wirklich betrogen. Wie schwer das aber in einem so ungeheueren Reiche und in den abgelegenen Provinzen war, läßt sich denken. Vor diesen und vielen ähnlichen Contracten möchte ich nun den Auswanderer nicht allein warnen, sondern auch ihm sowohl, wie Allen solchen die sich für fortziehende Familien interessiren oder von ihnen um Rath gefragt werden, ein deutliches Bild vor Augen rücken, wie es, leider in den meisten Fällen, mit derartigen Verträgen steht. Ich gebe zu daß manche derselben ehrlich gemeint sind und ehrlich gehalten wurden, und dadurch dem unbemittelten Auswanderer Vortheile boten, die er auf eine andere Art nur schwer erreicht hätte. Aber nirgends ist ihm dafür eine Gewähr gegeben. Von dem Augenblick an wo er das fremde Land betritt, ja läßt er sich besonders mit englischen und vorzüglich =belgischen= Agenten ein, von der Stunde an wo er die heimische Grenze überschreitet, bleibt er der Willkür fremder Menschen preisgegeben, und zwar =ohne= Hülfe, =ohne= Schutz. Wer einmal auswandern will mag es thun, aber er soll sich vorher, um seiner selbst und seiner Familie willen, nicht durch ein Blatt Papier Hände und Füße binden lassen. Ein =freier= Mann findet überall in der Fremde sein Brod, ein durch einen Contract gebundener ist dagegen der Sclave seines Herrn und wer ihm hier in Deutschland vorredet, die Sache wäre gar nicht so schlimm -- sein ärgster Feind. In solchen Fällen aber, wo ein armer deutscher Familienvater gar =keine= Mittel in Händen hat, um ein fremdes Land zu erreichen und er doch sein Elend hier vor Augen sieht, ohne im Stand zu sein sich herauszuarbeiten, wo es ihm also wie eine Hülfe in der Noth erscheint wenn er in ein fremdes Land auf fremde Kosten übersiedeln kann, da gehe er nicht etwa unter =jeder= Bedingung, denn er hat sich die für ihn und die Seinen nachher vielleicht furchtbaren Folgen sonst selber zuzuschreiben, sondern beobachte die folgenden Regeln. Vor allen Dingen verlasse er sich nie und unter =keinen= Umständen allein auf das Wort eines Auswanderungs-Agenten. Alle diese Leute die eine Auswanderungs-Agentur errichten, sind mit nur =sehr= wenigen Ausnahmen, heruntergekommene Kaufleute oder sonst Menschen die ein solches Geschäft als =letzten= Erwerbszweig ergriffen haben, und fast =ohne= Ausnahme nicht das Geringste von fremden Welttheilen wissen oder verstehen. Sie bleiben dabei einzig und allein auf den Gewinn des =Kopfgeldes= angewiesen, das sie für Alle solche bekommen, die durch sie befördert werden. Wohin! bleibt sich bei ihnen gleich, wenn sie ihre »Köpfe« nur auf ein Schiff liefern, und was nachher aus den Unglücklichen wird, kümmert sie wenig oder gar nicht. Alle solche Contracte dabei, die auf Hälfte des Gewinns oder auch auf einen Antheil lauten, sind fast =ohne= Ausnahme betrügerischer Art, wenigstens ist der Auswanderer, der die fremde Sprache nicht versteht und dem keine Einsicht in die Bücher seines Herrn zusteht (die ihm unter solchen Umständen auch Nichts nützen würde) jedesmal demselben auf Gnade und Ungnade übergeben, und wenn er wirklich auch einmal =nicht= betrogen werden sollte, hält er sich doch sicher selber davon überzeugt. Theilcontracte sind für ihn annehmbar, wenn sie auf umgekehrten Grundsätzen beruhen, wie sie besonders in Süd-Australien von englischen Grundeigenthümern zu ihrem eigenen, aber auch dem Nutzen der deutschen Einwanderer, abgeschlossen wurden. Nach...

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Overview: A classic of 19th-century German travel and adventure fiction, *Ein Parcerie-Vertrag* (A Sharecropping Contract) explores the collision of European idealism with the raw, unforgiving realities of the South American frontier.

Plot: The narrative follows a group of German emigrants who, lured by promises of prosperity, enter a contractual agreement to establish a farm in the Brazilian wilderness. Their journey from hopeful planning to the harsh execution of their dream tests their resolve, unity, and very understanding of civilization.

Analysis: Gerstäcker’s work transcends mere adventure through its sharp sociological lens. Drawing from his own extensive travels, he crafts a compelling critique of colonial ventures and romantic emigration myths. The novel’s enduring power lies in its authentic, unvarnished portrayal of cultural dislocation and the psychological toll of pioneering, making it a seminal study of ambition and survival that resonates with any story of starting anew.



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Barbara Taylor
1 year ago

A bit long but worth it.

Edward Taylor
3 months ago

Loved it.

4.5
4.5 out of 5 (2 User reviews )

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