Der Verfasser behält sich die Uebersetzung dieses Werkes vor. Leipzig, Hermann Costenoble. 1857. Inhalt des vierten Bandes. Seite Cap. 1. Die Schlacht von Mahaena 1 " 2. Alte Abrechnungen 55 " 3. Das Lager der Insulaner 103 " 4. Die Flucht 142 " 5. Lefévre und Aumama 170 " 6. Der Angriff auf Papetee 218 " 7. René und Susanna 248 " 8. Schluß 302 Capitel 1. Die Schlacht von Mahaena. »Joranna!« -- und die Palmen rauschten dazu ihre leise wehmüthige Weise, und wie grollend, zürnend tönte der dumpfe Donner der Brandung ihm in's Ohr -- »Joranna!« -- »Und doch ja auch nur für wenige Tage!« rief er dann plötzlich sich abwendend und mit der Hand die Stirne streichend, als ob er da alle die trüben traurigen Ideen fortwischen wolle. »Unsinn, sich das Herz da schwer zu machen mit Sorge und Noth und tollen, trüben Ideen; wie rasch verfliegt die Stunde, und Wochen schwinden, daß man sie kaum zählen kann. Nein, nicht muthwillig mag ich mir das Leben schwer machen, ein tückisches Schicksal quält und neckt uns überdies schon genug, wirft Wermuth in den süßesten Becher, oder giebt der Frucht Stacheln nach der unsere Lippe sich sehnt. Fort; in der Stadt vergeß ich die Grillen und mein Haus mag heute sehen wie es allein fertig wird.« Und den Hut fest in die Stirn drückend, die Arme über der Brust zusammengeschlagen und den Kopf gesenkt, ging er mit raschen Schritten nach der Stadt zurück und betrat, seine Grillen wie er sie nannte, mit einer Flasche Wein niederzuschwemmen, das erst seit kurzer Zeit etablirte Haus eines Franzosen, Viktor, ließ sich eine Flasche Claret geben, und setzte sich, ein paar Gläser rasch hintereinander hinunterstürzend, den Kopf in die Hand gestützt, allein an einen Tisch, in die entfernteste Ecke der Stube -- gedankenvoll auf das vor ihm ausbreitende Meer hinausschauend. Wohl eine Stunde mochte er so gesessen haben, die Flasche stand geleert vor ihm, und noch immer starrte er düster vor sich hin, als eine Hand ihm derb auf die Schulter klopfte und eine fröhliche Stimme seinen Namen rief: »René!« René schaute langsam auf, sprang aber im nächsten Augenblick von seinem Sitz empor und rief, dem Freund beide Arme entgegenstreckend und ihn an's Herz drückend: »Adolphe! mein lieber, lieber Freund, wo kommst Du her? zehntausendmal willkommen auf Tahiti.« »Und Dir geht es gut?« frug Adolphe, die ersten herzlichen Begrüßungen vorüber -- »es gefällt Dir hier, und Du bereust Dein Weglaufen nicht?« »Bereuen?« lächelte René, »ich habe Alles hier, was das Menschenherz nur fordern oder verlangen könnte und sollte bereuen? -- Doch« -- unterbrach er sich plötzlich, den Freund erstaunt betrachtend -- »spielst Du Maskerade oder ist es jetzt Sitte hier geworden, französische Uniformen anzulegen? was thut der Wallfischfänger in der Officiersuniform?« =»Peste!«= lachte Adolphe, »ich hatte das Leben ebenfalls satt, und da uns gute Kräfte hier fehlen, hielt ich den Zeitpunkt für geeignet, meine alte Carrière wieder aufzunehmen. Hol der Teufel die Freiheit am Bord eines Wallfischfängers; durch =Du Petit Thouars= selber, von dem ich die Ehre habe schon seit frühern Zeiten gekannt -- vielleicht überschätzt zu sein, sind mir die Epauletten wieder auf die Schultern gedrückt, mit denen ich seit langer Zeit fertig zu sein glaubte.« »Und seit wann bist Du hier?« frug René erstaunt. »Seit drei Tagen etwa; aber wie mir gesagt wurde, wärst Du zurück nach Atiu gegangen, wo wir Dich damals ließen.« »Ich habe die Erlaubniß noch nicht erhalten, einer langweiligen Untersuchung wegen.« »Ich weiß, ich weiß, wegen einer Französischen Schildwache, man hielt das aber für abgemacht -- nun desto besser, so hab' ich Dich doch hier noch getroffen, ich...
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Susan Lee
1 year agoAs someone who reads a lot, the emotional weight of the story is balanced perfectly. Highly recommended.