Guirlanden um Die Urnen der Zukunft by A. K. Ruh

(5 User reviews)   5867
Ruh, A. K. Ruh, A. K.
German
Overview: A foundational yet often overlooked work of German speculative fiction, "Guirlanden um Die Urnen der Zukunft" (Garlands for the Urns of the Futur...
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geadelt durch Geistes und Herzenkraft handlen sie edel und -- menschlich. Aus dem bunten Gewirr künftiger Begebenheiten drängt sich mir eine vor allen auf -- nicht der Schönsten, schönste, aber auch nicht der Edelsten lezte. Nehmt sie erwartungsvolle Leser, gefällig aus meinen Händen. Schwebet mit mir in dem Kahne der Fantasie auf, dem Meere der Zeiten 500 Jahre vorwärts. Seht diese neue Welt um euch und hört. Aber erwartet nicht vollkommen glükseelige Bewohner, vielleicht den Geistern der uns unbekannten andern Welt gleich. Auch dann -- laßt über unserm Staube noch tausend Generationen wandeln, laßt Meere austroknen zu Ländern, und Gebirge in Meere sich verändern -- auch dann bleiben der Erde Bewohner unvollkommne Geschöpfe -- Menschen, gemischt aus guten und niedrigen Neigungen. Und du, o Genius der Zukunft, der mit sonnigten Finger dem kühnen Späher den Flor der Nacht vom Sonnenhell der Zukunft hobst, belebe meinen Pinsel, daß ich mahle, mit jenen Farben mahle, so die Natur zeichnet, die einst als der alleinige Ring alle Seelen umringen wird. Daß vielleicht wenn ich Stäubchen lang in Vergessenheit verwitterte, jene Vorwelt meiner Kühnheit lächelt, und spricht: Dieser las im Buche der Zukunft. Zweites Kapitel. Graf von Wallingau. Nicht Erbrecht, nicht Geburt, der Geist macht groß und klein. _Hagedorn_. Edle Thaten, Verdienst um das Wohl der Nation, oder Erfindungen, welche den Menschen nützen, und sie erhöhen, adeln den Bürger des Staats. Er sey der Sohn eines Fürsten oder eines Ackermanns. Der erfahrneste, weiseste Mann ist der Kaiser Germaniens; gleich verdient um sein Vaterland durch mannigfaltige Kenntnisse, Geistes und Herzenstugenden, als auch berühmt durch erhabne Handlungen um das Wohl des Menschengeschlechtes. Ausgezeichnete Vorzüge, alle gemein erkannte Ueberlegenheit an den trefflichsten Eigenschaften über alle, machen ihn des Thrones würdig. Der Bürger, der gleichfalls nur durch moralische Vorzüge, und ohne diesen unedel war, und sollte er des Goldes vollauf haben, lebte froh und ungestört im Genuße der Früchte seiner Thätigkeit; häuslich und voll der Liebe, voll der innigen Verehrung seines Kaisers, der ein Vater aller war, lebte er begeistert vom Gefühl des Friedens im Ueberfluß. Unter so manchen Biedermännern gab es einen gewissen Grafen von Wallingau, der Edelsten einer die Germaniens Boden trug. Sein Vater war ein Landmann gewesen, stark und schlicht, wie sein Pflug, mit dem er sein Brod baute; herzensgut und redlich. Sein ungemeiner Fleiß erwarb ihm ein großes Vermögen, das ohngeachtet seiner Mildthätigkeit die oft sogar an Verschwendung gränzte, immer grösser wuchs, und nach seinem Tode dem einzigen Sohne Welly zufiel, der seinem kindlich betrauerten Vater nacheifernd Herzensgüte mit Talent, Seelenstärke mit Eifer und Thätigkeit vereinte, um so seinem Vaterlande Ehre und Vergnügen zu machen. Anfangs blieb auch Welly bei dem Geschäfte, des Ackerbaus. Die Natur seine stäte Führerinn, hatte den Drang zu Wissenschaften in sein Herz gelegt, der immer stärker und endlich zum Bedürfnisse ward, das Befriedigung heischte. Die Naturgeschichte war unter vielen andern Gegenständen, welche die treffliche Einrichtung des Staats jeglichem Gliede zur Kenntniß ans Herz legte, sein Lieblingsstudium. Das von seinem Vater ererbte Vermögen sezte ihn in den Stand seine Wißbegierde auf Reisen zu sättigen. Er durchzog einige Jahre lang im Vaterlande und den angränzenden Reichen die Fluren der Gelehrsamkeit, sog überall den Honig aus den Blumen, und kam ein geschikter Physiker in seine heimischen Auen zurük, wo er rastlos seinem Fache oblag und es darinn soweit brachte, daß er in einem Raum von acht Jahren durch unermüdetes Forschen und Streben verschiedene nützliche Maschienen erfand. Dies, und Wellys geschäzte Eigenschaften überhaupt, vorzüglich seine Verdienste um die Armen, denen er oft im größten Frost, Holz, Speise und Kleider und Geld trug, wurden denn auch belohnt, da überall Gerechtigkeit in der Belohnung des...

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Overview: A foundational yet often overlooked work of German speculative fiction, "Guirlanden um Die Urnen der Zukunft" (Garlands for the Urns of the Future) presents a philosophical and allegorical exploration of collective memory and societal destiny in a post-cataclysmic world.

Plot: The narrative follows a fragmented society of Archivists tasked with preserving the last relics of human history within vast, silent necropolises. Their solemn duty is disrupted by the arrival of enigmatic travelers who challenge the very purpose of preserving a past that may be a fiction, forcing a confrontation between reverence for history and the imperative to forge a new future.

Analysis: Ruh’s novel achieves classic status not through plot mechanics, but through its profound thematic resonance. It masterfully prefigures postmodern concerns about historical narrative and cultural amnesia, using its stark, ceremonial setting to ask timeless questions: What do we choose to remember, and what must we forget to survive? Its austere prose and haunting central metaphor cement its place as a seminal, contemplative pillar of the genre.



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This historical work is free of copyright protections. Thank you for supporting open literature.

Charles Smith
6 months ago

As someone who reads a lot, the storytelling feels authentic and emotionally grounded. Thanks for sharing this review.

Matthew Lopez
7 months ago

Amazing book.

Lucas White
2 months ago

Compatible with my e-reader, thanks.

Donald Williams
11 months ago

I started reading out of curiosity and the plot twists are genuinely surprising. I learned so much from this.

Mason Gonzalez
1 year ago

Perfect.

4.5
4.5 out of 5 (5 User reviews )

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