Herrn Dames Aufzeichnungen: oder, Begebenheiten aus einem merkwürdigen…

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Reventlow, Franziska, Gräfin zu, 1871-1918 Reventlow, Franziska, Gräfin zu, 1871-1918
German
Overview: A seminal work of early German modernism, this novel is a sharp, semi-autobiographical satire of Munich's bohemian Schwabing district at the turn...
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to check the laws of the country where you are located before using this ebook. Title: Herrn Dames Aufzeichnungen Begebenheiten aus einem merkwürdigen Stadtteil Author: F. Gräfin zu Reventlow Release Date: May 2, 2018 [EBook #57079] Language: German Character set encoding: UTF-8 *** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HERRN DAMES AUFZEICHNUNGEN *** Produced by Peter Becker and the Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This transcription was produced from images generously made available by Bayerische Staatsbibliothek / Bavarian State Library.) Anmerkungen zur Transkription Das Original ist in Fraktur gesetzt. Im Original gesperrter Text ist _so ausgezeichnet_. Im Original in Antiqua gesetzte Passagen sind ~so markiert~. Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sich am Ende des Buches. Herrn Dames Aufzeichnungen Von _F. Gräfin zu Reventlow_ sind in unserem Verlag erschienen _Ellen Olestjerne_, Roman _Von Paul zu Pedro_, Amouresken F. Gräfin zu Reventlow Herrn Dames Aufzeichnungen oder Begebenheiten aus einem merkwürdigen Stadtteil Albert Langen, München ~Copyright 1913 by Albert Langen, Munich~ 1 Verehrter Freund und Gönner! Sie wissen ja -- Sie wissen genug darüber, wer »Wir« sind -- womit wir uns unterhalten, und mit welchem Inhalt wir die uns zugemessenen Erdentage zu erfüllen suchen. Sie wissen auch, wie wir das Dasein je nachdem als ernste und schwerwiegende Sache -- als heiteren Zeitvertreib, als absoluten Stumpfsinn oder auch als recht schlechten Scherz hinzunehmen, aufzufassen und zu gestalten pflegen. _Sie_ waren es, der von jeher das richtige Verständnis für unseren Plural hatte -- für die große Vereinfachung und anderseits die ungeheure Bereicherung des Lebens, die wir ihm verdanken. Wie armselig, wie vereinzelt, wie prätentiös und peinlich unterstrichen steht das erzählende oder erlebende »Ich« da -- wie reich und stark dagegen das »Wir«. _Wir_ können in dem, was um uns ist, irgendwie aufgehen, untergehen -- harmonisch damit verschmelzen. -- _Ich_ springt immer wieder heraus, schnell wieder empor, wie die kleinen Teufel in Holzschachteln, die man auf dem Jahrmarkt kauft. Immer strebt es nach Zusammenhängen -- und findet sie nicht. -- _Wir_ brauchen keinen Zusammenhang, -- wir sind selbst einer. Die Sendung, die wir heute unserem Briefe beifügen, oder, richtiger, der Inhalt eben dieser Sendung, ist wieder ein neuer Beweis dafür. Denn dies alles, teurer Freund, den wir insgesamt gleich schätzen und verehren, gilt nur als Vorrede einer Vorrede, die jetzt beginnen und Ihnen zur Erläuterung beifolgender Dokumente dienen soll, -- das heißt zur Erläuterung des Umstandes, daß wir eben diese Dokumente in Ihre Hände legen und von Ihnen die Lösung manches Rätsels erhoffen. Mit den Papieren hat es nun folgende Bewandtnis: Es mag etwa dreiviertel Jahr her sein, daß wir gelegentlich einer Seereise einen jungen Menschen kennen lernten. Wir fanden ihn sehr liebenswürdig und unterhielten uns gerne mit ihm. Es dauerte allerdings einige Zeit, bis es so weit kam, denn er war zu Anfang ungemein zurückhaltend und schien schwere seelische Erschütterungen durchgemacht zu haben -- aber davon später. Der junge Mann hieß mit dem Nachnamen: Dame -- also Herr Dame -- dieser Umstand mochte wohl einiges zu seiner reservierten Haltung beitragen und gehörte zu den vielen Hemmungen, über die er sich beklagte. Wenn er sich vorstellte oder vorstellen ließ, wurde er stets etwas unsicher und fügte jedesmal hinzu: -- »Dame, ja -- ich heiße nämlich Dame«. Wir fragten ihn einmal, weshalb er das täte -- der Name sei doch nicht auffallender als viele andere, und er mache auf diese Weise eigentlich die Leute selbst erst aufmerksam, daß sich eine Seltsamkeit, sozusagen eine Art Naturspiel daraus konstruieren lasse. Er entgegnete trübe: Ja, das wisse er wohl, aber er könne nicht anders, und es gehöre nun einmal zu seiner Biographie. (Diese Bemerkung lernten wir erst später bei...

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Overview: A seminal work of early German modernism, this novel is a sharp, semi-autobiographical satire of Munich's bohemian Schwabing district at the turn of the 20th century, exploring the clash between artistic idealism and bourgeois reality.

Plot: The narrative follows the eponymous Herr Dame, an aspiring writer and outsider, as he navigates the pretensions and passions of the avant-garde circle. Through his observant, often ironic notes, we witness a series of romantic entanglements, artistic debates, and social performances that reveal the fragility beneath the surface of this self-proclaimed intellectual elite.

Analysis: Reventlow’s masterpiece is a classic for its fearless, proto-feminist deconstruction of fin-de-siècle culture. Her prose masterfully blends biting social critique with psychological depth, capturing the eternal tension between the desire for authentic self-expression and the performative nature of identity within any subculture. It remains a vital, surprisingly modern portrait of artistic life and its discontents.



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Joshua Sanchez
1 year ago

I didn't expect much, but the storytelling feels authentic and emotionally grounded. Don't hesitate to start reading.

Kimberly Hernandez
11 months ago

To be perfectly clear, the flow of the text seems very fluid. Exceeded all my expectations.

Andrew Thompson
1 year ago

After hearing about this author multiple times, the narrative structure is incredibly compelling. Absolutely essential reading.

Mason Ramirez
1 year ago

This is one of those stories where the clarity of the writing makes this accessible. Thanks for sharing this review.

Michelle Hernandez
1 year ago

I didn't expect much, but the arguments are well-supported by credible references. Truly inspiring.

5
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