Hüben und Drüben; Erster Band (1/3) by Friedrich Gerstäcker

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Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872 Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872
German
Overview: A foundational work of German-American travel literature, this first volume masterfully blends ethnographic observation with picaresque adventure...
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unverändert; fremdsprachliche Zitate wurden nicht korrigiert. Fußnoten wurden der Übersichtlichkeit halber an das Ende des jeweiligen Kapitels der betreffenden Erzählung verschoben. Umlaute in Großbuchstaben (Ä, Ö, Ü) werden in ihrer Umschreibung dargestellt (Ae, Oe, Ue). Besondere Schriftschnitte wurden in der vorliegenden Fassung mit den folgenden Sonderzeichen gekennzeichnet: gesperrt: _Unterstriche_ Antiqua: ~Tilden~ #################################################################### Hüben und Drüben. Neue gesammelte Erzählungen von Friedrich Gerstäcker. Erster Band. [Illustration] Leipzig, Arnoldische Buchhandlung. 1868. Leipzig, Druck von Giesecke & Devrient. Inhaltsverzeichniß. Seite 1. Die Gemeinde-Waise 1 2. Der Fuchsbau 150 3. Der ältliche Herr 297 Die Gemeinde-Waise. Erstes Kapitel. Der Mutter Tod. Im Herbst des Jahres 1848 war es, daß nach Osterhagen, einem ziemlich großen Dorf im --sischen, eine Frau mit zwei Kindern übersiedelte, deren Erscheinung im Anfang den guten Leuten, und besonders dem weiblichen Theil der Bevölkerung, außerordentlich reichhaltigen Stoff zur Unterhaltung bot und eine Menge von Combinationen und Vermuthungen hervorrief. Paß oder Legitimation brauchte damals natürlich Niemand. Jeder ging und kam, wie es ihm gerade gefiel, aber die Frau betrug sich so still und anständig und verfolgte so harmlos ihre Bahn, daß man sie auch wohl hätte zu andern Zeiten gewähren lassen -- und dennoch war manches Räthselhafte in ihrem Betragen. Sie mochte etwa dreißig Jahre zählen, und ihr kleines Mädchen war etwa sieben, der Knabe etwa zwei Jahre alt; dabei ging sie so einfach, wie nur möglich, in einem schlichten Kattunkleid, und das kleine ärmliche Häuschen, das sie sich am äußersten Ende des Ortes miethete, bezeugte ebenfalls, daß ihr keine großen Mittel zu Gebote ständen. Trotzdem verrieth ihr ganzes Wesen, daß sie einst bessere, viel bessere Zeiten gesehen. Auch bildschön mußte sie früher einmal gewesen sein, ja sie war es eigentlich noch, hätte nicht der Gram oder vielleicht eine Krankheit so tiefe Furchen in ihr Antlitz gezogen. Und was für reizende Kinder hatte sie! Aber jedenfalls kam sie aus einem fremden Land, denn wenn sie selber auch vollkommen gut Deutsch sprach und ohne Zweifel aus Deutschland stammte, plapperte das kleine Mädchen ganz allerliebst französisch, und setzte dadurch nicht selten ganze Gruppen aufblühender Straßenjungen in unbegrenztes Erstaunen. Ihr Name war, der eigenen Angabe nach, Frau Edmund, das kleine Mädchen hieß Valerie, der Knabe George, und wenn sie auch etwas Geld mitgebracht haben mußte, wovon sie im Anfang zehrten, so bemühte sie sich doch bald, Arbeit im Orte selber zu erlangen, um ihr Fortkommen in den schweren Zeiten zu erleichtern. Sie nähte und stickte wunderbar schön, und wenn auch Osterhagen eigentlich nicht der Platz für solche Arbeit war, so wußte sie den Kreis ihrer Kundschaft doch auch bald auf die nicht ferne größere Stadt auszudehnen, wohin sie anfangs selbst Proben ihrer Arbeit brachte, und dann später durch die Botenfrau mit dem Ort verkehrte. Sie selbst zog sich dabei von jedem Umgang mit den Einwohnern Osterhagens zurück, wenn ihr auch Niemand deshalb Stolz vorwerfen konnte; sie war in ihrem ganzen Wesen freundlich, ja weit eher scheu und fast demüthig mit den Leuten, schien sich aber nie wohler zu fühlen als zu Haus, wo sie nur ihren Kindern lebte, und nur Abends, bei schönem Wetter besuchte sie den Kirchhof zu Osterhagen, und zwar dort ein besonderes Grab, von dem aber merkwürdiger Weise Niemand im Ort wußte, wer darunter lag. Es trug auch weder Namen noch Jahreszahl, und einige von den älteren Bewohnern des Dorfes wollten behaupten, es stamme noch aus den Kriegszeiten her. Allerdings wurde die Fremde oft darnach gefragt, aber sie gab immer nur ausweichende Antworten, und da Niemand ein besonderes Interesse an ihr nahm, ließ man sie eben gewähren. Dabei versäumte sie aber nicht, sich dem Unterricht ihrer Kinder, besonders des Mädchens, auf das Fleißigste...

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Overview: A foundational work of German-American travel literature, this first volume masterfully blends ethnographic observation with picaresque adventure, chronicling the author's immersive journey through the antebellum United States.

Plot: Gerstäcker eschews the grand tour for the raw frontier, documenting his experiences as a hunter, woodcutter, and riverboat hand. The narrative is less a linear story than a series of vivid, often perilous encounters with settlers, indigenous peoples, and the untamed wilderness itself, offering a ground-level view of a nation in tumultuous formation.

Analysis: Its status as a classic is secured by its unvarnished authenticity and profound cultural bridge-building. Gerstäcker writes not as a distant tourist but as a participant, capturing the dialects, customs, and stark realities of 1840s America with a journalist's eye and a novelist's flair. The work became an indispensable, and startlingly accurate, guide for a generation of European emigrants, shaping the Old World's perception of the New.



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Thomas Smith
1 year ago

Based on the summary, I decided to read it and the atmosphere created is totally immersive. One of the best books I've read this year.

Michael Rodriguez
1 year ago

Beautifully written.

Margaret Thomas
1 month ago

This is one of those stories where the storytelling feels authentic and emotionally grounded. Exactly what I needed.

Paul Davis
11 months ago

Without a doubt, the content flows smoothly from one chapter to the next. Highly recommended.

Karen Williams
1 year ago

High quality edition, very readable.

5
5 out of 5 (10 User reviews )

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