Inselwelt. Zweiter Band. Australische Skizzen. by Friedrich Gerstäcker

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Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872 Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872
German
Overview: A seminal work of 19th-century travel literature and ethnographic observation, this volume captures the raw, untamed spirit of colonial Australia...
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_Tolmer_ aus, der noch jetzt im Adelaide-District lebt und thätig ist. Nicht allein keck jeder Gefahr entgegengehend, die sich ihm in den Weg stellte, hatte er auch in dem Buschleben mit Schwarzen und Verbrechern eine Menge werthvolle Erfahrungen gesammelt, und wo ein schwieriges Unternehmen ausgeführt werden sollte, wo irgend ein verzweifelter Bursche verschwunden blieb und nun durch neue Verbrechen dafür sorgte, daß sein Andenken nicht ganz erlosch, da wurde gewöhnlich der damalige Polizeisergeant Tolmer abgeschickt, ihn aufzuspüren. Wenn es irgend möglich war, führte _der_ seinen Auftrag aus. In Adelaide, oder wenigstens in der Nachbarschaft, hatte ich das Vergnügen, mit Mr. Tolmer bekannt zu werden, und die nachfolgenden Skizzen eines abenteuerlichen Zuges, den er einmal nach einer unsern dem australischen Festlande liegenden Insel unternahm, und der ihn zum Lieutenant beförderte, habe ich aus seinem eigenen Munde. -- Ich will versuchen, es so treu als möglich wiederzugeben. Schon vor längerer Zeit waren ein paar lebenslänglich verurtheilte Deportirte aus dem Gefängnisse ausgebrochen und in den »Busch« geflohen. Anstatt aber allein darin umherzuwandern, wo sie sich gewöhnlich nicht lange halten konnten, ging das Gerücht, sie hätten sich einem Stamme der Schwarzen angeschlossen und hälfen diesem, die benachbarten und in ihrem Bereiche liegenden Stationen belästigen. Berittene Polizei wurde augenblicklich dorthin beordert, und es gelang dieser auch, den bezeichneten Stamm Eingeborener aufzufinden und zu zerstreuen, aber von den weißen, sogenannten Buschrähndschern[1] fand sich keiner bei ihnen vor. Die Burschen hatten sich jedenfalls, als sie merkten, daß ihr Aufenthalt bei den Schwarzen nicht mehr gesichert war, irgend wo anders hingewandt, und ein volles Jahr lang blieb jeder Versuch, sie wieder aufzufinden, vergeblich. [1] =Bush-ranger= werden in Australien die in den Wald entflohenen Sträflinge genannt. -- =Bush= heißt dort überhaupt der ganze Wald und =ranger= bedeutet einen umherstreifenden Menschen, also ein ganz bezeichnendes Wort für derartige Leute, das wir deshalb, da es sich nicht einmal in diesem Sinne gut übersetzen läßt, beibehalten wollen. Tolmer hielt sich nach dieser Zeit wieder in Adelaide auf und hatte eben wieder einen Transport von Flüchtlingen eingebracht, die sich eine Weile in den Dickichten der Hindmarsh-Sümpfe umhergetrieben. Die früher entsprungenen Verbrecher waren schon fast vergessen worden, da man nicht anders glaubte, als daß sie Mittel und Wege gefunden hätten, mit einem Boot in See zu gehen, um vielleicht nach Neuseeland hinüberzufahren oder auch ein unterwegs getroffenes Schiff anzurufen. Einzelne waren schon auf diese Art entkommen. Tolmer glaubte übrigens _nicht_ daran. Wenn er auch keinen bestimmten Platz wußte, wo er sie suchen sollte, konnte er den Gedanken nicht aufgeben, sie noch auf australischem Boden zu wissen, und unterließ in der ganzen Zeit nicht, die sorgfältigsten Nachforschungen anzustellen, wenn diese auch fortwährend erfolglos blieben. So saß er eines Abends in dem am häufigsten besuchten Hotel in Adelaide bei einer Flasche Ale. Mehrere Stationshalter aus der Nachbarschaft, die in die Stadt gekommen waren, theils neue Weidegründe zu belegen, theils Vieh und Pferde zu verkaufen, saßen mit im Zimmer, und das Gespräch drehte sich um das Land im Inneren, die muthmaßliche Nutzbarkeit und Besiedelung desselben, die jetzige Bevölkerung und -- wie das in Australien damals nicht ausbleiben konnte -- um das Recht der Regierung, noch weitere Sträflinge herüberzuschicken. Schon damals nämlich strebten die australischen Colonieen danach -- was sie auch später erreichten -- daß das System, Verbrecher von England herüberzusenden, aufgegeben und Australien eine wirkliche Colonie von _freien_ Einwanderern würde. Das =pro= und =contra= wurde dann, sowie das Gespräch einmal auszweigte, auf das Lebhafteste debattirt, denn es gab eine Menge von Ansiedlern, denen die Sträflingsarbeit sehr bequem und einträglich war und die sie nicht missen wollten. Diejenigen, die das Sträflingssystem bekämpften, führten dann nicht mit Unrecht zu...

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Overview: A seminal work of 19th-century travel literature and ethnographic observation, this volume captures the raw, untamed spirit of colonial Australia through the keen eyes of a master storyteller.

Plot: Gerstäcker’s narrative is a series of vivid, interconnected sketches detailing his arduous journeys across the Australian continent. He chronicles encounters with settlers, bushrangers, and Indigenous peoples, while painting breathtaking and often perilous landscapes, from dense bushland to arid deserts, with a novelist’s flair for drama and detail.

Analysis: Its status as a classic is secured by its unique duality: it is both an invaluable historical document and a compelling adventure. Gerstäcker avoids mere exoticism, instead offering nuanced, if period-bound, insights into the complex social fabric and environmental challenges of the era. His prose transcends simple reportage, imbuing the frontier with a mythic quality that continues to shape the literary imagination of Australia.



🏛️ Copyright Free

This historical work is free of copyright protections. It serves as a testament to our shared literary heritage.

Logan Hernandez
1 year ago

Fast paced, good book.

Joshua Lopez
1 year ago

The index links actually work, which is rare!

William Martinez
10 months ago

Great reference material for my coursework.

Michelle Wright
1 year ago

Clear and concise.

Ethan Robinson
7 months ago

Loved it.

5
5 out of 5 (8 User reviews )

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