Pfarre und Schule: Eine Dorfgeschichte. Dritter Band. by Friedrich Gerstäcker

(8 User reviews)   4445
Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872 Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872
German
Overview: A classic work of German village literature, this third volume of Gerstäcker's series masterfully explores the complex, often fraught relationshi...
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Treiber, dann wieder in eben der Entfernung ein Schütze, und so fort. Diese folgen genau in derselben Bahn, wie die ersten, und beschreiben also einen ziemlich bedeutenden Bogen, dem ihnen gerade gegenüber liegenden Theile zu. Treffen die beiden Ersten, die zu gleicher Zeit links und rechts abgingen, zusammen, so wird ein Zeichen gegeben, der »Kessel« ist geschlossen, und Alles rückt nun so rasch als möglich nach dem Mittelpunkte zu, um die aufgehenden Hasen vorerst dorthin zu treiben, und zugleich gegenseitig so nahe zusammen zu kommen, daß kein Hase durchgehen kann, ohne wenigstens einem Schützen in richtige Schußnähe zu kommen. Hat man das erreicht, so rückt der Kessel etwas langsamer weiter vor, und Jeder schießt, was ihm am nächsten kommt, nur nicht nach anderen Schützen zu, damit kein Unglück geschieht. Ist man endlich ziemlich zusammengekommen, so deutet ein anderes Zeichen, gewöhnlich mit dem Horn, an, daß nicht mehr in's Treiben, sondern nur auf die Hasen, die schon durch die Schützen gegangen sind und jetzt dem freien Felde entgegen laufen, geschossen werden darf. Es war an diesem Tage das sechste Treiben und die Leute natürlich etwas ermüdet; so sehr sich die Schützen daher auch sonst im Anfang, und besonders bei recht kaltem Wetter, herandrängen, die Ersten beim Ablaufen zu sein, so sehr hielten sie sich jetzt zurück, und Einer drückte sich hier, ein Anderer da, hundert oder zweihundert Schritte vom Ablaufplatze entfernt, an Rain oder Wegweiser an, um nicht gleich wieder mit unter den Ersten fortgeschickt zu werden und dann auch den weitesten Bogen beschreiben zu müssen. Der alte Holke hatte alle Hände voll zu thun und war noch dazu in der übelsten Laune von der Welt, er fluchte und wetterte die Treiber an, daß ihm Keiner auf zehn Schritte zu nahe kommen mochte, und sah aus, als ob er den ersten Besten mit Haut und Haare hätte verschlingen können. »_Treiber da!_ Donnerwetter, hört und seht Ihr nicht, Ihr verdammtes, faules, hundsföttisches Lumpenpack, Ihr -- _müßt_ Ihr's denn immer so machen wie andere Leute -- halt da, zur Schock-Schwerenoth, jetzt laufen wieder viere auf einmal -- daß Euch ein Gewitter verschlage. -- Hier ein Schütze -- ach --« (und mit ganz verändertem Ton aber nur mühsam unterdrückten Aerger, wandte er sich rasch an einen der Officiere, der sich eben bei einem anderen eine Cigarre anzündete) »dürfte ich Sie wohl bitten, Herr Lieutnant -- wenn's gefällig wäre.« »Ach bitte, Holke, lassen Sie mich noch einen Augenblick warten, ich bin beinah immer der Erste gewesen« -- es war ihm nämlich nicht eingefallen -- »ich möchte auch gern nachher hier unten herein abgehn.« »Zu Befehl -- daß Dich ein heiliges Donnerwetter in den Erdboden 'neindrücken möge, Du verdammter, milchbärtiger -- näsiger Hallunke Du,« murmelte er dabei hinter her, und wandte sich an einen der Nebenstehenden: »Wenn's gefällig wäre, Herr Baron.« »Ja wohl, Holke, ja wohl -- ach, der Rittmeister ist noch nicht da -- ach, lieber Holke, wir möchten gern zusammen gehn -- lassen Sie mich noch ein paar Minuten hin.« »Zu Befehl, Herr Baron« -- er biß die Pfeifenspitze, die er im Munde hielt, kurz und klein, und frug noch, mit einem wachsenden, aber auch immer verhaltenen Grimm vier oder fünf andere, bis er endlich einen Gutwilligen fand, der mit einem: »Herr Gott, ich muß auch immer der Erste sein,« der Aufforderung Folge leistete. »S'ist ein Glück, daß die Jagd nun bald ganz beim Teufel ist,« brummte der Alte endlich halblaut vor sich hin und schnitt sich dabei den oberen Theil des zerkauten Horns an der Pfeife ab -- »mit _solchen_ Schützen, und nachher auch noch keine Hasen, nu da kann Einer Freude erleben...

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Overview: A classic work of German village literature, this third volume of Gerstäcker's series masterfully explores the complex, often fraught relationship between church and school as institutions shaping rural 19th-century life and identity.

Plot: The narrative continues the chronicle of village dynamics, centering on the evolving tensions and alliances between the local pastor and the schoolmaster. Their ideological clash over the community's moral and intellectual direction unfolds through intimate portraits of parishioners, students, and the subtle power struggles inherent in a close-knit society.

Analysis: Gerstäcker’s work endures as a classic for its nuanced sociological insight, presented not as dry treatise but as vibrant, character-driven drama. His authentic depiction of provincial Germany captures a pivotal moment of social change, where traditional ecclesiastical authority meets emerging secular education. The novel's enduring relevance lies in its timeless examination of how community values are negotiated between competing pillars of influence.



📚 Copyright Status

This historical work is free of copyright protections. Feel free to use it for personal or commercial purposes.

Margaret Hernandez
1 year ago

If you enjoy this genre, it challenges the reader's perspective in an intellectual way. A true masterpiece.

Emma Allen
4 months ago

This is one of those stories where it challenges the reader's perspective in an intellectual way. Highly recommended.

Nancy Smith
1 year ago

From the very first page, the plot twists are genuinely surprising. I will read more from this author.

Robert Williams
1 year ago

Comprehensive and well-researched.

Mary Moore
2 months ago

After finishing this book, the storytelling feels authentic and emotionally grounded. I would gladly recommend this title.

4.5
4.5 out of 5 (8 User reviews )

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