Tahiti: Roman aus der Südsee. Zweiter Band. by Friedrich Gerstäcker

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Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872 Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872
German
Overview: A classic of German travel-adventure fiction, this second volume of Gerstäcker's South Seas saga masterfully blends ethnographic observation with...
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bestehen können, und benutzten es nur zu gelegentlichen Zusammenkünften. Bis hierher war auch der eigentliche Krieg noch nicht gedrungen und drang überhaupt nicht hin. Truppenkörper der verschiedenen Armeen schickten wohl später dann und wann einmal einen Streifzug durch den Wald, aber der mußte die Straße halten und verweilte auch nicht gern lange in den dichten Wäldern, wo er sich nie sicher davor fühlte, von einem anderen, vielleicht stärkeren Corps überfallen zu werden. Little Rock, die Hauptstadt des Staates, hatte sich allerdings zu Gunsten der Secession erklärt, denn Arkansas war ein echter Sclavenstaat, wenn es auch im Verhältniß nur wenig Negersclaven aufweisen konnte. Die eigentlichen Farmer und Jäger hatten sich aber bis jetzt, wie nach stillschweigendem Uebereinkommen, noch nicht am Kriege betheiligt. Sie waren weder angegriffen, noch belästigt worden und mit der geringen Bevölkerung ihres Staates, warfen sie ja doch kein Gewicht in die Wagschaale des Krieges. Ueberdies verkündeten die seltenen Nachrichten, die wirklich zu ihnen drangen, nur immer neue Siege der Secessionisten, die sogar das Capitol in Washington bedrohen sollten; sie wurden also dort gar nicht gebraucht, während sie hier unumgänglich nöthig blieben, um ihre Familien zu erhalten. Was hätten die einzelnen Frauen und Kinder hier mitten im Walde anfangen wollen, wenn die Männer und jungen Leute weit hinweg in andere Staaten gezogen wären, um sich mit den Yankees herumzuschlagen. Außerdem standen fast alle _alten_ Leute in dem ganzen District, im _Herzen_ auf Seite der Union. Am ganzen Fourche-la-Fave war auch nicht ein einziger Sclavenhalter, kein einziger Neger zu finden. Am Petite-Jeanne drüben gab es allerdings ein paar, aber ihretwegen wäre es wahrlich nicht der Mühe werth gewesen, einen blutigen Krieg anzufangen und die große und mächtige Union in zwei Hälften zu reißen. Einzelnen jungen Leuten zuckte es allerdings in den Gliedern, Theil an dem Kampf zu nehmen und einen Tanz mit den »verdammten Abolitionisten« zu haben, wie die Yankees damals genannt wurden und welchen Namen sie auch in der That noch zum großen Theil jetzt führen; die große Mehrzahl war indeß entschieden _gegen_ eine Betheiligung am Krieg, denn die Südstaaten, zu denen sie allerdings ihrer Lage nach gehörten, hatten die Flagge der Union beschimpft, die Constitution gebrochen und den Bürgerkrieg entzündet. _Sie_ wollten keine Hand in solchen Dingen haben. Nur die Frauen neigten sich sonderbarer Weise der Secession zu, und aus welchem Grunde? Im Herzen trugen sie alle den Wunsch, es einmal dahin zu bringen, daß sie sich ein Hausmädchen -- natürlich eine Sclavin -- anschaffen konnten, denn Dienstboten, wie wir solche bei uns gewohnt sind, gab es ja nicht in der Union, und was man =a help= nannte, eine »Hülfe,« und worunter sich eine Nachbarstochter verstand, die einmal auf kurze Zeit oder weil bei ihnen selber das Brot knapp wurde, herüberkam und eine Weile aushalf -- konnte natürlich nicht genügen, da diese jungen »=ladies=« wie die rohen Eier behandelt sein wollten und bei dem ersten rauhen Wort das Haus augenblicklich und indignirt verließen. Eine junge Negersclavin blieb also ihr heimlicher, aber dafür desto innigerer Wunsch, und daß sie sich -- unter solchen Umständen -- nicht für Abschaffung der Sclaverei begeistern konnten, versteht sich wohl von selbst. Vor kaum acht Tagen nun war die Nachricht hier in den stillen Wald gedrungen, daß die »Südlichen« wieder einen neuen und großen Sieg über den Norden davongetragen hätten und dieser jetzt die verzweifeltsten Anstrengungen mache, um den immer mächtiger werdenden Feind zu verhindern, sich selbst in Besitz des Capitols zu setzen. Eine Aushebung von Hunderttausenden sollte unter den Yankees ausgeschrieben sein, und es war deshalb nöthig geworden, auch die Kräfte des Südens zusammenzurufen, um die »Abolitionisten« nicht wieder zu Athem kommen zu...

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Overview: A classic of German travel-adventure fiction, this second volume of Gerstäcker's South Seas saga masterfully blends ethnographic observation with thrilling narrative, exploring the clash and confluence of European and Polynesian cultures in the mid-19th century.

Plot: Continuing the oceanic journey, the narrative follows European protagonists deeper into the social and physical landscapes of Tahiti and its neighboring islands. The story weaves their personal trials with vivid depictions of indigenous life, navigating themes of exploration, survival, and the complex moral ambiguities of cultural encounter, all set against the archipelago's breathtaking yet formidable beauty.

Analysis: Gerstäcker’s work remains a seminal classic not merely for its adventurous spirit, but for its prescient, nuanced portrayal of cross-cultural dynamics. Written from firsthand experience, it avoids simplistic exoticism, instead presenting a textured, sometimes critical, document of its time. Its enduring value lies in this authentic narrative voice, which captures a vanishing world with both the wonder of a traveler and the insightful eye of an early anthropologist.



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Brian Miller
7 months ago

After hearing about this author multiple times, the arguments are well-supported by credible references. Don't hesitate to start reading.

Donald Wilson
1 year ago

Essential reading for students of this field.

Carol Harris
4 months ago

I stumbled upon this title and the author's voice is distinct and makes complex topics easy to digest. I learned so much from this.

Ava Allen
1 year ago

Honestly, the pacing is just right, keeping you engaged. I will read more from this author.

Amanda Nguyen
1 year ago

If you enjoy this genre, it challenges the reader's perspective in an intellectual way. Exactly what I needed.

5
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