Unter Palmen und Buchen. Erster Band. by Friedrich Gerstäcker

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Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872 Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872
German
Overview: A classic work of 19th-century German travel literature, this volume masterfully blends ethnographic observation with adventurous narrative, chro...
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So lebten die beiden Leute viele Jahre glücklich miteinander, und Dr. Brethammer sah mit jedem Tage mehr ein, daß er eine außerordentlich glückliche Wahl getroffen und Gott nicht genug für sein braves Weib danken könne. Er liebte sie auch wirklich recht von Herzen, aber -- wie das oft so im Leben geht -- das, was sein ganzes Glück hier bildete, wurde ihm -- durch Nichts gestört -- endlich zur =Gewohnheit= und er =vernachlässigte=, was er hätte hegen und pflegen sollen. Es mag sein, daß seine Liebe zu der Gattin deshalb nie geringer wurde, aber er vernachlässigte auch =die Form=, die in einem gewissen Grade in allen Lebensverhältnissen nöthig ist: er war oft rauh mit seiner Frau, ja heftig, und wenn er auch dabei nicht die Grenzen überschritt, die jeder gebildete Mensch inne halten wird, that er ihr doch oft -- gewiß unabsichtlich -- recht wehe. Ja manchmal, wenn ihm ein heftiges Wort entfahren war, hätte er es von Herzen gern widerrufen mögen, aber -- das ging leider nicht an, denn -- er durfte sich an seiner Autorität nichts vergeben. Nur zu =einer= Entschuldigung ließ er sich herbei: »Du weißt, ich bin jähzornig,« sagte er, »wenn's aber auch oft ein Bischen rauh herauskommt, so ist es ja doch nicht so schlimm gemeint und eben so rasch vergessen.« Ja, das war allerdings der Fall; =er= hatte es eben so rasch vergessen, aber =sie= nicht, und wenn sie ihm auch nie ein unfreundlich Gesicht zeigte, wenn sie ihn immer bei sich entschuldigte und sein oft mürrisches Wesen auf die Sorgen und den Aerger schob, den er außer dem Hause gehabt -- ein =kleiner= Stachel blieb von jeder dieser Scenen in ihrem Herzen zurück, so viel Mühe sie sich selber gab, die Erinnerung daran zu bannen; =einen= kleinen Nebelpunkt ließ jede solche Wolke zurück, die an der Sonne ihres häuslichen Glücks, sei es noch so schnell vorübergezogen, und in einsamen Stunden konnte sie oft recht traurig darüber werden. Sie hatten zwei Kinder mitsammen, an denen der Vater mit großer und wirklich inniger Liebe hing -- und doch, wie wenig gab er sich mit ihnen ab! -- Es ist wahr, am Tage war er sehr viel beschäftigt und mußte sich oft gewaltsam die Zeit abringen, um nur zum Mittagsessen zu kommen, aber Abends um sechs Uhr hatte er dafür auch jedes Geschäft abgeschüttelt, und dann wäre ihm allerdings Zeit genug geblieben bei Frau und Kindern zu sitzen, um sich seines häuslichen Glückes zu freuen, aber -- »er mußte dann doch ein wenig Zerstreuung haben« -- wie er sich selbst vorlog -- er mußte den Geschäftsstaub abschütteln und mit einem »Glas Bier« hinunterspühlen, und das geschah am besten im Wirthshaus, wo man nicht gezwungen war zu reden -- wenn man nicht reden wollte -- wo man einmal eine Partie Scat oder Billard spielte, um die ärgerlichen Geschäftsgedanken aus dem Kopf zu bringen -- und wie die Ausreden alle hießen, mit denen er allein =sich selber= betrog, denn seine Frau fühlte besser den wahren Grund. Er =amüsirte= sich nicht zu Haus. Er hatte seine Frau und Kinder unendlich lieb und würde Alles für sie gethan, jedes wirklich große Opfer für sie gebracht haben aber -- er verstand nicht, sich mit ihnen zu beschäftigen, und suchte deshalb Unterhaltung bei Karten und Billard. Und wie verständig und lieb betrug sich seine Frau dabei! Er mochte noch so spät Abends zum Essen kommen, nie zeigte sie ihm ein unfreundliches Gesicht, nie frug sie ihn, wo er heute so lange gewesen. Die Kinder -- wenigstens das jüngste -- waren dann schon meist zu Bett gebracht; er konnte ihnen nicht einmal mehr...

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Overview: A classic work of 19th-century German travel literature, this volume masterfully blends ethnographic observation with adventurous narrative, chronicling the author's transformative journey from the familiar beech forests of Germany to the exotic palm-lined shores of South America.

Plot: The narrative follows Gerstäcker's immersive odyssey as he abandons conventional European life, detailing his passage across the Atlantic and his subsequent experiences. Readers are taken from bustling port cities into remote interiors, encountering a vivid tapestry of landscapes, cultures, and characters, all filtered through the keen and sometimes astonished eyes of a cultural outsider seeking understanding.

Analysis: Its status as a classic is secured by its foundational role in the German travel writing tradition. Gerstäcker’s prose is neither purely romantic nor coldly scientific; it occupies a compelling middle ground of empathetic realism. The book’s enduring power lies in its nuanced portrayal of cultural collision and the timeless human quest for identity and place, making it a profound study of displacement and discovery that resonates well beyond its specific historical moment.



🔓 Community Domain

Legal analysis indicates this work is in the public domain. Thank you for supporting open literature.

John Rodriguez
6 months ago

Based on the summary, I decided to read it and the pacing is just right, keeping you engaged. Exceeded all my expectations.

Jackson Harris
1 year ago

Good quality content.

Betty Harris
1 year ago

After hearing about this author multiple times, the depth of research presented here is truly commendable. Exceeded all my expectations.

Richard Johnson
1 year ago

Enjoyed every page.

Michelle Taylor
1 year ago

Very helpful, thanks.

5
5 out of 5 (5 User reviews )

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