ich kaum mit schwerer Wunde entging, den Partheihaß zu erproben. Doch verkenne ich nicht die mannigfachen Schwierigkeiten, mit denen ich zu kämpfen habe. Nicht nur soll ich gegen vieles fast allgemein Angenommenes und Anerkanntes mich erheben; ganz Soldat und seit Jahren nur im Kriegesgetümmel beschäftigt, bin ich auch wenig gewohnt, die Feder zu führen, und werde in der Darstellung den Mangel an Gewandtheit nicht verleugnen können. Das Bewußtsein, daß ich für die Wahrheit in die Schranken trete und nur Wahres gebe, darf mich wohl über solche Rücksicht und solche Furcht hinwegsetzen. Es wäre eben so thöricht als falsch, wenn ich Unpartheilichkeit für mich in Anspruch nähme. Wo es von der Sache sich handelt, für die ich mit Stolz mein Blut vergoß, bin ich stets Parthei, der Carlist wird stets hervortreten. Aber das Verdienst, wenn es solches ist, auf das ich gegründeten Anspruch machen darf, ist das der gewissenhaftesten Treue und Wahrheit, der ich jede andere Rücksicht untergeordnet habe. Was immer in meinen Notizen enthalten ist, habe ich entweder aus eigener Beobachtung oder aus Forschung an Ort und Stelle und den Berichten von Augenzeugen, deren Genauigkeit mir feststand, geschöpft; wo ein Zweifel noch obwaltet, habe ich auch ihn nicht verschwiegen. Sonstige Quellen konnte ich nicht benutzen, da die einzige, aus der ich hätte schöpfen mögen, das geistreiche Werk meines geehrten Chefs und Freundes, des Generals Baron von Rahden, über „Cabrera“, von ganz anderm Gesichtspunkte aus abgefaßt ist. Auch begreift es nur einen abgesonderten Theil der Ereignisse, die nämlich, in denen Cabrera thätig mitwirkte, während ich an das selbst Erlebte es anknüpfend mehr oder weniger detaillirt den ganzen Bürgerkrieg umfasse. In manchem Einzelnen mußte ich auch von jenem Werke abweichen, welches als Erzeugniß scharfer Beobachtung vom höchsten Interesse ist. Übrigens ist es nicht meine Absicht, eine +Geschichte+ des Bürgerkrieges in diesen Erinnerungen zu geben; möchten sie dem künftigen Geschichtschreiber seine schwere Arbeit in Etwas erleichtern! Inhalt. Seite I. Hoffnungen und Träume -- Carl V. der rechtmäßige König 1 II. Die Gränze -- Die Carlisten -- Ereignisse in den baskischen Provinzen seit dem Tode Ferdinands VII. bis zum Frühling 1836 13 III. Carl V. -- Die Linien -- Das Land und seine Bewohner -- Die ~fueros~ 38 IV. Gefechte in Guipuzcoa -- Gefangenschaft -- Marsch nach Logroño 54 V. Grausamkeiten der beiden Partheien, in Heer und Volk 77 VI. Expeditionen der Generale Don Basilio Garcia -- Gomez -- Sanz 89 VII. Acht Monate im Kerker 105 VIII. Krieg in den Provinzen während der zweiten Hälfte 1836 -- Belagerung von Bilbao -- Operationen im Frühlinge 1837 113 IX. Befreiung -- Fünf Wochen in Navarra -- Operationen in den Nordprovinzen 124 X. Expedition Zariategui’s -- Erstürmung von Segovia -- Marsch auf Madrid -- Rückzug in die Gebirge 139 XI. Expedition Zariategui’s -- Wiederaufnahme der Offensive -- Lerma -- Valladolid -- Der Alt-Castilianer -- Verwundung -- Vereinigung mit der Armee des Königs 158 XII. Expedition des Königs -- Vereinigung mit Cabrera -- Marsch auf Madrid -- Rückzug -- Sendung nach Vizcaya -- Rückkehr der Expeditionen -- Ereignisse während derselben 186 XIII. Der Aufschwung und das Sinken der carlistischen Macht -- Nachtheile der Expeditionen 203 XIV. Expedition von Don Basilio Garcia -- Ebro-Übergang -- Verwundung -- Gefangennahme 225 XV. Das Hospital -- Marsch nach Madrid -- Marsch durch die Mancha und Andalusien nach Cadix 246 XVI. Expedition von Don Basilio -- Tallada -- Die Cabecillas der Mancha -- Vernichtung der Division -- Expedition des Grafen Negri -- Vernichtung derselben -- Peñacerrada 267 XVII. Maroto -- Partheiungen unter den Carlisten -- Operationen in den Provinzen -- Valmaseda -- Vermählung des Königs -- Muñagorri 286 XVIII. Die Casematten von...
This is a limited preview. Download the book to read the full content.
David White
5 months agoHelped me clear up some confusion on the topic.