und Geschäften. Ich versichere Ihnen, ich kann das Wort nicht hören. Sprechen Sie mir von sich, gestatten Sie mir, daß ich Sie ansehe, daß ich Sie an mein Herz...« »Halt, mein bester Baron!« sagte die Frau, ihn lächelnd abwehrend. »So weit sind wir noch nicht. Haben Sie alles besorgt, was ich Ihnen aufgetragen?« »Alles, bis aufs letzte.« »Ist der Wagen fort?« »Heute morgen, zwei Stunden vor Tage.« »Kennen Sie den Weg zur Zaubereiche?« »Wie meine Tasche -- ich bin hin und hergegangen und fürchte beinahe, ich habe mich dabei erkältet -- der Schnee war so tief.« »Ist Ihr eigenes Gepäck mit fortgegangen?« »Alles, bis auf ein Täschchen, das ich am kleinen Finger tragen kann.« »Vortrefflich! Sie sind ein Muster von Pünktlichkeit, Baron. Zur Belohnung sollen Sie auch heute eine Spazierfahrt mit mir machen. Haben Sie Lust dazu?« »Bis ans Ende der Welt.« »Um Gottes willen, nein!« lachte Georgine. »So weit will ich Ihre Güte nicht in Anspruch nehmen.« »Aber wann brechen wir auf? -- Jetzt?« »Jetzt noch nicht. Ich muß einige Leute los werden, die mir hier im Wege sind. Um drei Uhr heute nachmittag wird der alte Mann, der gestern oder vorgestern verunglückt ist, unten im Dorfe beerdigt werden. Meine Wirtschafterin und der alte Verwalter werden mit zur Leiche gehen. Um drei Uhr fahre ich von hier fort. Seien Sie um diese Zeit, oder bald nachher, an der Zaubereiche.« »Aber warum ließen Sie mich meinen Wagen fortschicken?« »Ich nehme mein eigenes Pferd mit, das ich nicht zurücklassen möchte, und komme in einem Schlitten, in dem wir beide Platz haben. Fürchten Sie sich, mit mir allein zu reisen?« »Georgine!« »Gut; jetzt ist alles Nötige besprochen, und nun verlassen Sie mich. Wir dürfen keinen Verdacht erwecken.« »Jetzt wollen Sie mich schon wieder fortschicken?« »Sie werden meiner Gesellschaft noch überdrüssig werden,« lächelte die Frau. »Ich bitte Sie, jetzt zu gehen.« »Ich gehorche Ihnen,« sagte von Silberglanz resigniert, »also um drei Uhr an der Zaubereiche. Ich werde die Minuten bis dahin zählen.« »Dann sind Sie vollständig beschäftigt. Ist noch etwas?« »Ja,« sagte von Silberglanz, entschlossen auf sie zugehend und ihre Hand ergreifend. »Sie haben mich zu Ihrem Beschützer erwählt, Georgine; ich bin bereit, alles daran zu setzen, Ihnen zu willfahren -- seien Sie nicht grausam!« Er legte seinen Arm um sie und wollte sie an sich ziehen. »Wir sind keinen Augenblick hier sicher, überrascht zu werden,« sagte Georgine, ihn von sich haltend; Herr von Silberglanz war aber nicht so leicht abzuschütteln. »Und soll ich so lange auch ohne den kleinsten Lohn bleiben?« drängte der Verliebte. »Georgine -- holdes, göttliches Wesen, in wenigen Stunden ketten Sie Ihr Geschick an das meine, und jetzt« -- er drückte ihren Arm zurück und preßte, ehe sie es verhindern konnte, seine Lippen auf die ihrigen. Georgine duldete den Kuß, dann aber sich von ihm losmachend, rief sie: »Seien Sie vernünftig, Baron! Sie setzen mich und sich der größten Gefahr aus, unsern ganzen Plan scheitern zu machen. Gehen Sie jetzt, es ist genug; um drei Uhr an der Zaubereiche.« »Um drei Uhr,« rief Hugo, der sie wie in einer Verzückung anstarrte, »um drei Uhr!« und mit Gewalt sich losreißend, eilte er, so rasch er konnte, in das Dorf zurück, um dort seine Rechnung zu bezahlen, seine kleine Tasche zu packen und zur bestimmten Zeit an der bezeichneten Stelle nicht zu fehlen. Georgine blieb allein in ihrem Zimmer zurück und starrte, als Herr von Silberglanz sie schon lange verlassen hatte, noch immer still und schweigend vor sich nieder; aber die Zeit für sie war auch zum Handeln gekommen, ein Rückschritt nicht mehr möglich, und das kühne, selbständige Weib gewann mit...
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