Der Kunstreiter, 3. Band by Friedrich Gerstäcker

(0 User reviews)   3623
Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872 Gerstäcker, Friedrich, 1816-1872
German
Overview: A seminal work of 19th-century German travel and adventure fiction, this third volume of Gerstäcker's "The Circus Rider" series masterfully blend...
Share

Read "Der Kunstreiter, 3. Band by Friedrich Gerstäcker" Online

This book is available in the public domain. Start reading the digital edition below.

START READING FULL BOOK
Instant Access    Mobile Friendly

Book Preview

A short preview of the book’s content is shown below to give you an idea of its style and themes.

und Geschäften. Ich versichere Ihnen, ich kann das Wort nicht hören. Sprechen Sie mir von sich, gestatten Sie mir, daß ich Sie ansehe, daß ich Sie an mein Herz...« »Halt, mein bester Baron!« sagte die Frau, ihn lächelnd abwehrend. »So weit sind wir noch nicht. Haben Sie alles besorgt, was ich Ihnen aufgetragen?« »Alles, bis aufs letzte.« »Ist der Wagen fort?« »Heute morgen, zwei Stunden vor Tage.« »Kennen Sie den Weg zur Zaubereiche?« »Wie meine Tasche -- ich bin hin und hergegangen und fürchte beinahe, ich habe mich dabei erkältet -- der Schnee war so tief.« »Ist Ihr eigenes Gepäck mit fortgegangen?« »Alles, bis auf ein Täschchen, das ich am kleinen Finger tragen kann.« »Vortrefflich! Sie sind ein Muster von Pünktlichkeit, Baron. Zur Belohnung sollen Sie auch heute eine Spazierfahrt mit mir machen. Haben Sie Lust dazu?« »Bis ans Ende der Welt.« »Um Gottes willen, nein!« lachte Georgine. »So weit will ich Ihre Güte nicht in Anspruch nehmen.« »Aber wann brechen wir auf? -- Jetzt?« »Jetzt noch nicht. Ich muß einige Leute los werden, die mir hier im Wege sind. Um drei Uhr heute nachmittag wird der alte Mann, der gestern oder vorgestern verunglückt ist, unten im Dorfe beerdigt werden. Meine Wirtschafterin und der alte Verwalter werden mit zur Leiche gehen. Um drei Uhr fahre ich von hier fort. Seien Sie um diese Zeit, oder bald nachher, an der Zaubereiche.« »Aber warum ließen Sie mich meinen Wagen fortschicken?« »Ich nehme mein eigenes Pferd mit, das ich nicht zurücklassen möchte, und komme in einem Schlitten, in dem wir beide Platz haben. Fürchten Sie sich, mit mir allein zu reisen?« »Georgine!« »Gut; jetzt ist alles Nötige besprochen, und nun verlassen Sie mich. Wir dürfen keinen Verdacht erwecken.« »Jetzt wollen Sie mich schon wieder fortschicken?« »Sie werden meiner Gesellschaft noch überdrüssig werden,« lächelte die Frau. »Ich bitte Sie, jetzt zu gehen.« »Ich gehorche Ihnen,« sagte von Silberglanz resigniert, »also um drei Uhr an der Zaubereiche. Ich werde die Minuten bis dahin zählen.« »Dann sind Sie vollständig beschäftigt. Ist noch etwas?« »Ja,« sagte von Silberglanz, entschlossen auf sie zugehend und ihre Hand ergreifend. »Sie haben mich zu Ihrem Beschützer erwählt, Georgine; ich bin bereit, alles daran zu setzen, Ihnen zu willfahren -- seien Sie nicht grausam!« Er legte seinen Arm um sie und wollte sie an sich ziehen. »Wir sind keinen Augenblick hier sicher, überrascht zu werden,« sagte Georgine, ihn von sich haltend; Herr von Silberglanz war aber nicht so leicht abzuschütteln. »Und soll ich so lange auch ohne den kleinsten Lohn bleiben?« drängte der Verliebte. »Georgine -- holdes, göttliches Wesen, in wenigen Stunden ketten Sie Ihr Geschick an das meine, und jetzt« -- er drückte ihren Arm zurück und preßte, ehe sie es verhindern konnte, seine Lippen auf die ihrigen. Georgine duldete den Kuß, dann aber sich von ihm losmachend, rief sie: »Seien Sie vernünftig, Baron! Sie setzen mich und sich der größten Gefahr aus, unsern ganzen Plan scheitern zu machen. Gehen Sie jetzt, es ist genug; um drei Uhr an der Zaubereiche.« »Um drei Uhr,« rief Hugo, der sie wie in einer Verzückung anstarrte, »um drei Uhr!« und mit Gewalt sich losreißend, eilte er, so rasch er konnte, in das Dorf zurück, um dort seine Rechnung zu bezahlen, seine kleine Tasche zu packen und zur bestimmten Zeit an der bezeichneten Stelle nicht zu fehlen. Georgine blieb allein in ihrem Zimmer zurück und starrte, als Herr von Silberglanz sie schon lange verlassen hatte, noch immer still und schweigend vor sich nieder; aber die Zeit für sie war auch zum Handeln gekommen, ein Rückschritt nicht mehr möglich, und das kühne, selbständige Weib gewann mit...

This is a limited preview. Download the book to read the full content.

Overview: A seminal work of 19th-century German travel and adventure fiction, this third volume of Gerstäcker's "The Circus Rider" series masterfully blends ethnographic detail with thrilling narrative, exploring themes of cultural displacement and the performer's life on the European margins.

Plot: The narrative follows the itinerant Kunstreiter—a skilled equestrian performer—as his troupe navigates the complex social landscapes of Eastern Europe. Facing linguistic barriers, shifting political allegiances, and the constant challenge of winning new audiences, the protagonist's journey becomes a profound study of resilience and the search for belonging within the transient world of spectacle.

Analysis: Gerstäcker’s work endures as a classic for its authentic, reportorial prose, drawn from his own extensive travels. It transcends mere adventure by offering a nuanced, pre-anthropological gaze into vanishing folkways and the economics of entertainment. The novel is a vital historical document, capturing the texture of a mobile, pre-industrial Europe through the uniquely compelling lens of the circus, securing its place in the canon of realist German literature.



📜 Community Domain

This masterpiece is free from copyright limitations. Thank you for supporting open literature.

There are no reviews for this eBook.

0
0 out of 5 (0 User reviews )

Add a Review

Your Rating *
There are no comments for this eBook.
You must log in to post a comment.
Log in


Related eBooks