Die Geschichte einer Bombe by B. Traven

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Traven, B., 1882-1969 Traven, B., 1882-1969
German
Overview: A searing work of political fiction, "Die Geschichte einer Bombe" (The Story of a Bomb) dissects the mechanics of oppression and the psychology o...
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heiratsfähig; die jüngste dreizehn, die älteste sechzehn Jahre alt. Eines Tages kam zu ihm der Indianer Guido Salvatore, der hier am Orte mehrere Wochen im Busch gearbeitet und für etwa fünfzig Pesos Holzkohle gebrannt hatte. Nachdem er sich ein neues Hemd, eine neue Hose und einen neuen Hut gekauft, sowie der alten Negerin, bei der er in Kost gewesen war, die Rechnung bezahlt hatte, blieb ihm nicht viel übrig. Am Samstag war Tanz gewesen, der bis zum Morgen gedauert hatte. In dieser Nacht war Salvatore mit den drei hübschen Mädchen bekannt geworden; es war ihm leider nur sehr selten gelungen, mit ihnen zu tanzen, weil die anderen Burschen immer viel flinker waren als er. Den Sonntag hatte er gebraucht, um einen Gedanken zu bekommen. Und dieser Gedanke arbeitete an ihm Montag, Dienstag und Mittwoch. Am Donnerstag war der Gedanke so reif geworden daß er am Freitag klare Gestalt annehmen konnte und seinen Erzeuger am Samstag zu jenem Vater führte. „Welche willst du denn haben?“ fragte Llaca. „Diese da!“ sagte Salvatore, wobei er auf Bianca zeigte, die gerade vierzehn Jahre alt war und die das hübscheste Gesicht hatte. „Das glaube ich dir, die würde dir wohl schmecken! Wie heißt du denn übrigens?“ Nachdem Salvatore seinen vollen Namen, den er wohl nennen, aber nicht buchstabieren konnte, hergesagt hatte, fragte ihn der Vater, wieviel Geld er habe. „Achtzehn Pesos“, sagte er. Das war doppelt so viel, als er wirklich besaß. „Da kannst du Bianca nicht haben; ich brauche eine neue Hose, und die Alte hat keine Schuhe. Wenn du so hoch hinaus willst, Bianca zu heiraten, können wir nicht in Lumpen herumlaufen. Eine Hose für mich und ein Paar Schuhe für die Alte – oder wir können dich in der Familie nicht gebrauchen. Gib mir mal Tabak!“ Nachdem die Zigaretten gerollt und angezündet waren, sagte Salvatore: „Ich kann auch die da nehmen!“ Damit zeigte er auf Elvira, die älteste unter den dreien. „Du bist nicht dumm, Salvatore. Sage, hast du denn Arbeit?“ „Ich habe einen Esel.“ „Kein Pferd?“ Diese Fragen nach seinem Vermögen setzten Salvatore ein wenig in Verlegenheit. Er spuckte ein paarmal aus und sagte dann: „Ich habe einen Onkel, der arbeitet in einer Mine bei Torreon. Da gehe ich rauf, wenn ich eine Frau habe, und warte, bis ich auch in der Mine arbeiten kann. Man kann dort leicht drei Pesos den Tag verdienen.“ „Drei Pesos ist hübsches Geld“, sagte der Alte. „Aber die achtzehn Pesos, die du hast – damit können wir nicht einmal die Hochzeit machen.“ „Soviel kann die doch gewiß nicht kosten! Einen Pfarrer können wir nicht nehmen, und die Lizenz für das Standesamt können wir auch nicht bezahlen.“ „Freilich nicht,“ sagte der Alte, „soviel Geld gibt es gar nicht. Aber wir müssen doch wenigstens zwei Musikanten haben für den Tanz und zwei Flaschen Tequila, sonst sagen die Leute uns nach, Elvira sei überhaupt gar nicht verheiratet, sondern sei nur mit dir davongelaufen. Und so etwas machen meine Töchter nicht. Warte nur darauf nicht – du könntest sonst alt werden!“ Es wurde dann hin und her gerechnet, daß Salvatore noch drei Wochen oder vier im Busch Kohle brennen müsse, um das Geld für die Musikanten zusammen zu haben, wie auch für den Tequila, für ein Kilo Kaffee, drei Kilo Zucker, ein Paar Schuhe für die Mutter und eine Hose für den Vater. Als er damit einverstanden war, wurde ihm erlaubt, daß er bei den zukünftigen Schwiegereltern in Kost gehen könne, wofür er ein Drittel weniger zu bezahlen habe als bei der Negerin; man wolle ihn inzwischen schon als Sohn anerkennen. Er möge sich dort in der freien Ecke...

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Overview: A searing work of political fiction, "Die Geschichte einer Bombe" (The Story of a Bomb) dissects the mechanics of oppression and the psychology of revolutionary violence through the lens of a single, devastating act.

Plot: The narrative meticulously traces the life of a bomb, from its conception in a clandestine workshop to its final, fateful destination. Traven follows the object through the hands of various characters—the idealist, the pragmatist, the opportunist—revealing a complex web of motive and consequence that extends far beyond a simple act of terror.

Analysis: Traven’s genius lies in his radical objectification of the plot. By making the bomb the protagonist, he strips away sentimentalism, forcing a cold, clinical examination of cause and effect. This narrative device elevates the novel from a mere thriller to a timeless philosophical inquiry into the nature of resistance, the corrupting allure of power, and the chilling anonymity of modern political violence. Its enduring power is its refusal to provide easy answers, leaving the reader to grapple with the unsettling machinery of revolt.



🏛️ Legacy Content

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Nancy Flores
7 months ago

As someone who reads a lot, the plot twists are genuinely surprising. Exactly what I needed.

Lucas Hill
1 year ago

Honestly, the author's voice is distinct and makes complex topics easy to digest. Don't hesitate to start reading.

Kevin Lee
1 year ago

Great digital experience compared to other versions.

Lucas King
1 year ago

Comprehensive and well-researched.

4
4 out of 5 (4 User reviews )

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