werden; eine spätere Gewaltkur gegen Bandwurm führt häufig zum Verwerfen. Ungeziefer (Flöhe) ist als Blutentzieher nicht zu dulden. Schon in den letzten Wochen, nicht erst Tagen oder Stunden, wenn die Hündin bereits unruhig geworden und vor dem Werfen steht, ist das Wurflager herzurichten. Für harte größte Rassen genügt eine gegen Zugluft abgeschlossene Hütte im Freien oder im Schuppen, im Haus die sogenannte Wohnkiste mit etwas erhöhtem Einschlupf und abdeckbaren Deckel, für kleinere Schläge eine flache Kiste, deren Seitenwände grade hoch genug sind, das Herausfallen der Welpen zu verhindern, für kleinste ein flacher Korb. Als Einstreu trockenes Heu, kurzes Stroh, nie Holzwolle, noch alte Decken, die durch Fruchtwasser durchnäßt werden würden. Außerdem scharrt jede Hündin die Streu beim Werfen beiseite und legt die Welpen auf den blanken Boden, der deshalb nicht kalter Stein sein soll. An dieses Lager, das ruhig, etwas dunkel und geschützt stehen soll, gewöhnt man die Hündin schon einige Zeit vor der Fälligkeit des Wurfes (62.—63. Tag). Der Wurfakt geht meist nachts völlig glatt vor sich; der Laie vermeide jede, noch so wohlgemeinte Hilfe. Die Hündin beißt die Nabelschnur selbst durch, frißt diese, sowie die Nachgeburt, leckt die Welpen sauber und trocken. Zwischen den Pausen kann man ihr, wenn sie ersichtlich erhitzt ist und lechzt, etwas Trinkwasser hinhalten. Ist sie ruhig, so unterbleibt alles für mehrere Stunden. Dann erst läßt man die Hündin zur nötigen Entleerung ins Freie führen; inzwischen hat man schon eine Waschlösung (Eimer) vorbereitet mit warmem Wasser, in das etwa 50 g Septoform geschüttet wird, um den Boden zu reinigen. Die Welpen liegen einstweilen warm zugedeckt in einem Korb. Die der Mutter zu belassenden, bei Erstlingswurf höchstens 3—4, bei späteren bis 5, legt man der Hündin sofort bei Rückkehr unter. Die zu tötenden sind inzwischen weit entfernt worden, so daß die Mutter ihr Winseln nicht hören kann. Man tötet sie durch kräftiges Aufwerfen auf den Steinboden; der Sturz hat sie schon betäubt, ehe sie den Boden erreichen. Die kräftigsten Rüden läßt man leben; Hündinnen nur, wenn sie von Züchtern bestellt sind, _niemals,_ um sie an Laien zu verschenken, da sie nur in Hände von _Fachleuten_ gehören. Für die säugende Hündin ist ein _allmählicher_ Futterwechsel nötig, plötzlicher führt zu Verdauungsbeschwerden, die auf die Milch übergreifen. In den ersten Tagen gibt man vorwiegend Milchsuppen mit Hafer-, Gerstenflocken oder Mehlsuppen. Wie während der Tragzeit darf Kalk nicht fehlen, man fügt am einfachsten zu jeder Mahlzeit einen Eßlöffel Kalziumlösung, die man sich durch Auflösen, von 100 g Chlorkalzium in 1⁄2 l Wasser bereitet hat. Auch Phosphor ist nötig; er vermehrt und verbessert die Milch, und wird in Form von Phosphorlebertran verabreicht. Innerhalb der ersten Tage werden Afterklauen mit desinfizierter Schere (Eintauchen in schwache Septoformlösung) abgeschnitten und die kleine Wundstelle mit blutstillender Watte kurze Zeit geschlossen. Bis spätestens zum 8. Tage läßt man die Ruten von Terriers, Dobermannpinscher, Schnauzer, Zwergpinscher, Toyspaniel, Pudel, Rottweiler, Griffons, deutschen Vorstehhunden usw. kürzen, die Ohren erst mit 8—12 Wochen. Die Wurfkiste oder Hütte wird fleißig gelüftet, der Boden öfter mit Septoformlösung (aromatisch riechendes Desinfektionsmittel) gewaschen, das Lager beständig erneuert, so daß Blutsauger, wie Flöhe und Läuse, die zudem Überträger von Bandwurm sind, nicht aufkommen. Die Reinigung der Welpen besorgt die Mutter, die auch durch Lecken des Unterleibs die Kleinen zur Entleerung veranlaßt. Hat sie die Nabelwunde durch Übereifer entzündet, so mildert man mit Borsalbe. Bis zum 9. bis 10. Tage hören und sehen die Welpen noch nicht; dann öffnen sich Ohr und Lid, und es ist Zeit sie allmählich an Licht zu gewöhnen. Auch an Temperaturunterschiede, indem die Mutter zeitweilig ausgeführt wird. Je weniger Welpen man ihr beläßt, je rationeller man sie mit milchgebenden Stoffen...
This is a limited preview. Download the book to read the full content.